{"id":15213,"date":"2011-10-24T12:00:22","date_gmt":"2011-10-24T11:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transcend.org\/tms\/?p=15213"},"modified":"2011-10-24T10:48:27","modified_gmt":"2011-10-24T09:48:27","slug":"german-fachzeitschrift-psychologie-in-osterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/2011\/10\/german-fachzeitschrift-psychologie-in-osterreich\/","title":{"rendered":"(German) Fachzeitschrift &#8220;Psychologie in \u00d6sterreich&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><em>Peace Journalism, a Contribution for Active Peace Effort<\/em><\/p>\n<p><em>Friedensjournalismus, ein Beitrag aktiver Friedensbem\u00fchungen<\/em><\/p>\n<p>Abstract<\/p>\n<p>In der tagesaktuellen Berichterstattung dominieren Berichte \u00fcber Konflikte und Gewalt. Die aktuelle Medienstruktur und Nachrichtenfaktoren f\u00f6rdern diese Tendenz. In unseren K\u00f6pfen entsteht ein Bild der Wirklichkeit \u2013 vor allem \u00fcber au\u00dfernationale Informationen zu denen kaum ein unmittelbarer Zugang m\u00f6glich ist &#8211; das sich vor allem aus der medialen Konstruktion herleitet. Im Rahmen von Konfliktberichterstattung werden Wahrnehmungsverzerrung und Feindbildproduktion bedient, um anschlussf\u00e4hige mediale Diskurse zu f\u00f6rdern. Festingers Theorie der kognitiven Dissonanz folgend, werden Nachrichten abgewehrt, die nicht mit dem dominanten Weltbild \u00fcbereinstimmen. Der im Fallbeispiel angewandte mehrfache Perspektivenwechsel f\u00fchrt vor Augen, wie viele Bilder es zu einem Konfliktthema \u2013 der Mauer zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensergebieten &#8211; geben kann. Alle Informationen m\u00fcssten im Rahmen \u201eobjektiver\u201c Berichterstattung Ber\u00fccksichtigung finden. Friedensjournalismus ist darum bem\u00fcht, allen Konfliktparteien eine gleich bedeutende, neutrale Stimme zu geben und gewaltlose L\u00f6sungen zu diskutieren. Mittels sozialpsychologischem Modell von W. Kempf und der \u201ehigh road\u201c von J. Galtung geht der vorliegende Artikel der Frage nach, welche Anforderungen Medien und Journalisten erf\u00fcllen m\u00fcssten, um Friedensjournalismus zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>The media is dominated by information concerning conflict and violence. Present media structures support the tendency to report mainly on conflict and violence surrounding an issue. We develop a picture of how a conflict is developing based on foreign information where direct access to information is not readily available and heralds mostly from a media constructed to gain readership by sensationalizing a topic with violence. In this way, the context of a report on a conflict is distorted and often produces enemies on both sides of a conflict further contaminating follow up discussions on the matter. Following Festinger\u2019s theory of \u201ccognitive dissonance\u201d, news is then not accepted if it does not support the dominant mindset created by the media. As the case study concerning the wall between Israel and the Palestine illustrates, perspectives on the topic are changing and several pictures of the conflict exist. Reporting should be \u201cobjective\u201d including all viewpoints. For this reason, \u201cpeace journalism\u201d is keen to give all parties in a conflict the same neutral voice in order to discuss peaceful solutions and provide unbiased information in the media. Based on the social-psychological model (W. Kempf) and the \u201chigh road\u201d (J. Galtung), the article questions which and what kind of requirements should media and journalists have to fulfill, in their effort to support peace journalism.<\/p>\n<p>Einleitung:<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich gibt es \u201eFriedensjournalismus\u201c, wie mir einmal ein zynischer israelischer Journalist sagte, als ich ihn auf die krude antisemitische Hetze auf der Seite pal\u00e4stinensischer \u201eFriedensfreunde\u201c ansprach, sagte er, \u00fcber Themen, die dem Frieden schaden k\u00f6nnten, schreibe er nicht.\u201c (Karl Pfeifer, per mail 18.1.2011)<br \/>\nFriedensjournalismus ist noch eine relativ junge Disziplin innerhalb der psychologischen Forschung, da er sich erst im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts entwickelt hat. Aufbauend auf Ergebnissen der Sozialpsychologie, der Feindbildforschung und der Erforschung von Konflikten ganz allgemein wird untersucht, welche Einflussfaktoren Konfliktberichterstattung zu einer friedensorientierten machen bzw. welche Faktoren der Konfliktberichterstattung zu einer Eskalation des Konfliktes beitragen. Der vorliegende Artikel besch\u00e4ftigt sich mit der aktuellen Medienstruktur, aktueller journalistischer Praxis und den vorherrschenden kulturellen Gegebenheiten als Rahmen aktueller Berichterstattung. Der Artikel konzentriert sich auf traditionelle Medien wie TV, H\u00f6rfunk und Print. Die unterschiedlichen Formen von Gewalt werden ausf\u00fchrlich diskutiert, da Berichterstattung \u00fcber gewaltsame Konflikte in unseren Medien breiten Raum erh\u00e4lt. Dies zeigt sich insbesondere in der au\u00dfenpolitischen Berichterstattung, wo Kriege, Gewalt und Konflikte dominieren. Im zweiten Teil des Artikels wird Wahrnehmungsverzerrung und Feindbildproduktion thematisiert. Die Bedeutung dieser Ph\u00e4nomene wird bei der Anwendung auf das ausgew\u00e4hlte Fallbeispiel dargestellt.<\/p>\n<p>Als Fallbeispiel habe ich einen mehrfachen Perspektivenwechsel, ein f\u00fcr kulturelle und strukturelle Gewalt stehendes au\u00dfenpolitisches Thema &#8211; die Mauer zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensergebieten \u2013 ausgew\u00e4hlt. Schlie\u00dflich wird versucht aufzuzeigen, wie friedenswissenschaftliche Berichterstattung aussehen k\u00f6nnte. Was passiert, wenn journalistischer Perspektivenwechsel in Richtung friedensorientierter Berichterstattung tats\u00e4chlich gelebt wird?<\/p>\n<p>Rolle der Medien:<\/p>\n<p>Menschen erhalten ihr Wissen \u00fcber Au\u00dfenpolitik weit \u00fcberwiegend aus zweiter Hand, vor allem \u00fcber Medien. Daraus ergibt sich die besondere Rolle, welche Medien in einer globalisierten Welt f\u00fcr die Darstellung der Au\u00dfenpolitik spielen.<\/p>\n<p>Durch Berichterstattung leisten Medien einen wesentlichen Beitrag zur Konstruktion des Umfeldes in welchem sich Au\u00dfenpolitik vollzieht. Journalisten sind nicht nur neutrale Berichterstatter, ihre Darstellungen haben entscheidenden Einfluss auf das politische Geschehen, insbesondere dessen Interpretation. Das Wissen um diese Faktoren hat das Selbstverst\u00e4ndnis des Journalismus nachhaltig beeinflusst.<\/p>\n<p>Berichterstattung wird durch \u00e4u\u00dfere Einflussfaktoren mitbestimmt und verzerrt wie in der Folge im Einzelnen dargestellt wird:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Produktionsbedingungen in den Medien:<\/p>\n<p>Die Medien haben grunds\u00e4tzlich das Bestreben, m\u00f6glichst unmittelbar \u00fcber Ereignisse zu informieren. Der Zeitfaktor ist das entscheidende Kriterium. Um aktuell zu sein, m\u00fcssen Berichte rasch den Endkonsumenten erreichen. F\u00fcr Hintergrundinformationen und Tiefenrecherchen bleibt wenig Zeit.<\/p>\n<p>Nachrichtenformate m\u00fcssen mit zeitlichen und r\u00e4umlichen Begrenzungen leben, daher besteht ein hoher Druck zu entscheiden, welche Informationen in dem begrenzten Raum einer Tageszeitung oder in einem zeitlich begrenzten Nachrichtenformat elektronischer Medien untergebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Blattlinie oder Redaktionsstatuten geben Auskunft \u00fcber die allgemeine Orientierung des Mediums. Naturgem\u00e4\u00df gibt es derzeit kein Medium mit einer allgemein friedenswissenschaftlichen Grundorientierung unter den tagesaktuellen Nachrichtenanbietern.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nachrichtenquellen:<\/p>\n<p>Nachrichten werden einerseits von dem jeweiligen Medium zugeh\u00f6rigen Journalisten recherchiert. Gro\u00dfe Medien verf\u00fcgen zudem noch \u00fcber ein Netz an Korrespondenten. Ihre Anzahl ist jedoch in den letzten Jahren stark zur\u00fcckgegangen. Korrespondenten arbeiten heute nur noch an den politischen Brennpunkten. Der Rest der Welt wird meist von freien Journalisten abgedeckt, die ihre Berichte medienwirksam aufbereitet zu verkaufen hoffen. Eine dritte S\u00e4ule stellen Agenturen dar, welche von Journalisten als Informationsquelle gen\u00fctzt werden. Hier hat bereits eine Vorselektion stattgefunden.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Selektionskriterien<\/p>\n<p>\u201eOnly bad news are good news\u201d dominiert die aktuelle Denkweise in der Nachrichtenproduktion. Nachrichtenfaktoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie meist positive, friedliche Nachrichten von einer aktiven Berichterstattung ausschlie\u00dfen. Meinungen aus den Redaktionsstuben dazu sind: \u201eda gibt es ja nichts zu berichten\u201c, \u201edas interessiert niemanden\u201c, \u201edas ist fad\u201c. Eine Meinung h\u00e4lt sich hartn\u00e4ckig: \u00a0Negative Nachrichten sprechen den Leser, H\u00f6rer oder Seher mehr an, als Berichte \u00fcber Allt\u00e4gliches, Normales, also Friedliches.<\/p>\n<p>Ein weiterer Faktor der entscheidet ob eine Nachricht als berichtenswert klassifiziert wird oder nicht ist Distanz. Gibt es keinen Ankn\u00fcpfungspunkt zum Heimatland, dem Erscheinungsort des Mediums, ist die Chance einer Ver\u00f6ffentlichung gering. Besonders positive Initiativen schaffen es nicht ins Scheinwerferlicht. Konflikte \u2013 besonders mit einer hohen Anzahl an Betroffenen \u2013 haben hier bessere Chancen der \u00d6ffentlichkeit zur Kenntnis gebracht zu werden. Aktuelle, au\u00dfenpolitische Berichterstattung l\u00e4sst entfernte L\u00e4nder deshalb besonders konfliktreich erscheinen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wird die Berichterstattung von gesellschaftlichen Eliten dominiert. Gerade in der Au\u00dfenpolitik ist eine Nachricht erst dann berichtenswert, wenn es Identifikationspersonen gibt. Diese geh\u00f6ren vor allem gesellschaftlichen Eliten an, ihre Interessen dominieren die Berichterstattung.<\/p>\n<p>Nachrichten m\u00fcssen \u2013 um attraktiv f\u00fcr die Berichterstattung zu sein \u2013 auch einfach dargestellt werden k\u00f6nnen. Komplexe Zusammenh\u00e4nge, viele Akteure und eine herausfordernde Problemlage k\u00f6nnen nicht mit wenigen S\u00e4tzen an das Publikum herangetragen werden. Journalistische Leistung wird auch darin gesehen, diese komplexen Zusammenh\u00e4nge zu vereinfachen und sie damit f\u00fcr das Publikum handhabbar zu machen. Der Verlust von Information ist zweitrangig.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verflechtungen und Interessen politischer Eliten<\/p>\n<p>Die Verflechtung zwischen Medien und Politik gilt als ein wesentlicher Faktor. Politiker n\u00fctzen Medien dazu, um ihre Entscheidungen zu verbreiten und in der \u00d6ffentlichkeit publik zu machen. Politik wird \u00fcber die Medien an die W\u00e4hler verkauft und \u00fcber die Medien erkl\u00e4rt. Politische Einflussnahme zu aktuellen Themen, Meinungsf\u00fchrerschaft und Deutungshoheit der Politik f\u00fchren dazu, dass Medien eine t\u00e4gliche Gratwanderung zwischen objektiver Berichterstattung und Beeinflussung f\u00fchren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00d6konomie der Medien<\/p>\n<p>All diese Faktoren f\u00fchren schlie\u00dflich zu dem entscheidenden Kriterium \u2013 \u00f6konomischer Erfolg. Er steht am Beginn und am Ende jedes Auswahlprozesses und zeigt auf, ob die angelegten Kriterien beim Endkonsumenten erfolgreich waren oder nicht. Wird ein Medium in hoher Auflage konsumiert, entspricht die Auswahl der berichteten Nachrichten den Interessen der Konsumenten und sichert das wirtschaftliche Fortbestehen des Mediums.<\/p>\n<p>Es ist Medien nicht m\u00f6glich, gegen das gesellschaftliche Klima, die Interessen der Bev\u00f6lkerung oder der Politik zu berichten. \u00a0Die \u00d6ffentlichkeit und damit auch der Druck der aus der \u00d6ffentlichkeit und der Politik kommt entscheidet, wor\u00fcber mediale Diskurse gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Durch die strukturellen Rahmenbedingungen und die Nachrichtenfaktoren wird f\u00fcr die Berichterstattung ein Rahmen vorgegeben, welcher ein Bild der Wirklichkeit entstehen l\u00e4sst, das die Welt in \u201eElite L\u00e4nder\u201c und \u201ePeripherie L\u00e4nder\u201c und damit zugleich in \u201egut\u201c und \u201eb\u00f6se\u201c einteilt. Friedensjournalismus, verstanden als Journalismus, der allen Konfliktparteien eine gleich bedeutende, neutrale Stimme gibt und gewaltlose L\u00f6sungen als m\u00f6glich ansieht, hat im bestehenden Rahmen keinen Platz. F\u00fcr eine Berichterstattung die friedenswissenschaftlichen Anspr\u00fcchen entspricht, m\u00fcsste sich nicht nur der Blickwinkel der Journalisten erweitern, sondern auch Strukturen bei der Entstehung und Produktion von Nachrichten m\u00fcssten sich \u00e4ndern. Es wird zu zeigen sein, dass Friedensjournalismus\u00a0 konfliktsensibler Journalismus sein muss.<\/p>\n<p>Konflikt und Gewalt<\/p>\n<p>\u201eUnter Konflikt wird das Aufeinander-Sto\u00dfen miteinander unvereinbarer Handlungstendenzen verstanden. Bei sozialen Konflikten existiert die Unvereinbarkeit von Handlungen oder Zielen zwischen verschiedenen Akteuren, den so genannten Konfliktparteien.\u201c (Baros, 2004, S 208 in Sommer, 2004) Sie drehen sich meist um konkurrierende also unvereinbare Interessen oder Ziele. \u201eSoziale Konflikte spielen sich nicht nur auf der Ebene der Sachfragen und des Widerspruches ab die den Konfliktinhalt ausmachen, sondern immer auch auf der Ebene der Einstellungen der Parteien (zum Konflikt und zueinander) und auf der Ebene ihres Verhaltens.\u201c (Baros, 2004, S 208 in Sommer, 2004) F\u00fcr die L\u00f6sung des Konfliktes gibt es jeweils unterschiedliche Strategien. F\u00fcr jede der Konfliktparteien geht es darum, ihre Interessen m\u00f6glichst durchzusetzen, also zu gewinnen. Ein stark abgrenzendes Denken herrscht vor.<\/p>\n<p>In der medialen Berichterstattung wird dieser Kampf \u2013 vergleichbar mit einem sportlichen Wettkampf &#8211; nun aufgegriffen und wiedergegeben. Im Sinne eines \u201eFair play\u201c wird \u00fcber Ma\u00dfnahmen und Strategien beider Kontrahenten berichtet. Der Journalist hofft, dass die richtige Seite, die \u201eGuten\u201c gewinnen werden und ergreift in seiner Rolle als Berichterstatter f\u00fcr die vermeintlich gute Seite des Konfliktes Partei. Dabei ist er in seiner oben dargestellten Struktur der Medienwelt eingebettet.<\/p>\n<p>F\u00fcr die friedenswissenschaftliche Eingrenzung des Themenfeldes soll auf die von Johan Galtung gepr\u00e4gte Unterscheidung zwischen positivem und negativem Frieden und die Unterscheidung in direkte, strukturelle und kulturelle Gewalt eingegangen werden.<\/p>\n<p>Negativer Frieden bedeutet die Abwesenheit aller Formen von Gewalt. \u201eNegativer Frieden kann nicht ohne den Begriff \u201eGewalt\u201c verstanden bzw. interpretiert werden. Wesentlich ist n\u00e4mlich das Fehlen brutaler Akte \u2013 und das empfindet man als angenehm.\u201c (Galtung, 2007, S 66)\u00a0 \u201ePositiver Frieden ist aber gerade nicht gleichbedeutend mit dem Fehlen von struktureller und kultureller Gewalt.\u201c (Galtung, 2007, S 41) Positiver Frieden definiert sich nach Galtung \u00fcber die Verwirklichung politischer und sozialer Gerechtigkeit, und bezieht u.a.<\/p>\n<p>&#8211; direkten, positiven Frieden, (\u00dcberleben, Wohlbefinden, Freiheit und Identit\u00e4t),<\/p>\n<p>&#8211; kulturellen positiven Frieden (Legitimierung von Frieden) und<\/p>\n<p>&#8211; strukturellen positiven Frieden\u00a0 (Freiheit und Gerechtigkeit) mit ein.<\/p>\n<p>Gewalt liegt nach Galtung dann vor, \u201ewenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potentielle Verwirklichung\u201c (Galtung, 1969b, S 168 in Kempf, 2000, S 68). Gewalt bedeutet, das \u201ePotentielle\u201c (m\u00f6gliches Potential) ist gr\u00f6\u00dfer als das \u201eAktuelle\u201c (erreichtes Potential) und das \u201eAktuelle\u201c ist vermeidbar. Die Ursache f\u00fcr den Unterschied zwischen dem \u201ePotentiellen\u201c und dem \u201eAktuellen\u201c definiert Gewalt. \u201eGewalt ist das, was den Abstand zwischen dem Potentiellen und dem Aktuellen vergr\u00f6\u00dfert oder die Verringerung dieses Abstandes erschwert.\u201c (Galtung, 1981, S 9)<\/p>\n<p>F\u00fcr den\u00a0 Friedensjournalismus spielt kulturelle Gewalt eine wesentliche Rolle. Wor\u00fcber wir reden basiert auf der medial vermittelten Information. Die kulturelle Dimension der Gewalt oder eben des Friedens ist Grundlage aller anderen Ebenen von Gewalt und Frieden, weil Kultur eine so grundlegende Dimension ist, die der Mensch von klein an verinnerlicht hat und somit seinen Rahmen des Denkens und Handelns absteckt. Wir werden immer nur die M\u00f6glichkeit haben, die Welt mit unseren \u201ewestlichen Augen\u201c zu betrachten und zu begreifen. \u201eDas soziale System stellt die Grundprinzipien und die Rechtfertigungsstrategien f\u00fcr die Gewaltanwendung zur Verf\u00fcgung. Die Infrastruktur bef\u00e4higt Individuen zur Gewaltanwendung, seine Systeme und Institutionen verherrlichen gewaltsame Konfrontationen.\u201c (Bar-Tal, 2000, S 68) Dauert Gewalt lange an, dann hat sie einen starken Einfluss auf die Gesellschaft, ihre Spuren dringen in die Gesellschaft ein und ver\u00e4ndern die Weltsicht und das Verhalten der Mitglieder einer Gesellschaft. Es entsteht eine Kultur der Gewalt.<\/p>\n<p>Direkte Gewalt kommt der medialen Berichterstattung sehr entgegen. Es gibt Akteure (Subjekte wie Objekte) sowie sichtbare Handlungen. Bei direkter Gewalt gibt es Interaktionen \u2013 meist in unterschiedlicher St\u00e4rke \u2013 die vielen Nachrichtenfaktoren entgegenkommen und somit leicht Ber\u00fccksichtigung in der medialen Berichterstattung finden.<\/p>\n<p>Wenig h\u00f6ren wir hingegen von struktureller Gewalt. Strukturelle Gewalt ist \u2013 da sie nicht unmittelbar sichtbar ist oder einem klaren Akteur zugeordnet werden kann \u2013 medial schwer zu vermitteln. Sie wird als naturgegeben angesehen, weil sie in ihrer St\u00e4rke meist sehr stabil ist und dadurch nicht weiter auff\u00e4llt. Um die Berichterstattung \u00fcber Konflikte jedoch ganz zu erfassen, ist es notwendig auch die tiefer liegenden, strukturellen Ursachen von Konflikten zu kennen. Strukturelle Gewalt \u00a0soll anhand von politischer Gewalt n\u00e4her dargestellt werden, denn diese Darstellung kommt unserem Fallbeispiel Israel am n\u00e4chsten. \u201eGewalt ist politisch, wenn sie auf die Erhaltung oder Ver\u00e4nderung gesellschaftlicher oder internationaler Ordnungen und Zust\u00e4nde gerichtet ist.\u201c (Nolting, 2004, S 18 in Sommer, 2004) Auf politischer Ebene werden Entscheidungen gef\u00e4llt, welche mittels Repressionen durchgesetzt werden, hier geschieht die Koordination der Machtmittel. Wenn die Struktur in Gefahr ist, werden jene die von der strukturellen Gewalt profitieren (Eliten) versuchen, den Status quo aufrecht zu erhalten und ihre Interessen zu sch\u00fctzen. \u00a0Als Strategien f\u00fcr die Aufrechterhaltung des Status quo f\u00fchrt Galtung\u00a0 an: \u201eSollen wir nun die Peitsche benutzen, indem wir unsere Truppen mobilisieren, oder nur Zuckerbrot, indem wir unsere Kaufleute schicken?\u201c (Galtung, 1990, S 35) Strukturelle Gewalt findet nicht direkt statt, sie verbreitet sich durch soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit und deren Verankerung im System. Hier tritt niemand in Erscheinung der einem anderen direkt Schaden zuf\u00fcgt. Strukturelle Gewalt ist in das System eingebaut und \u00e4u\u00dfert sich in ungleichen Machtverh\u00e4ltnissen sowie in ungleichen Lebenschancen. Politik gibt klare hierarchische Strukturen vor, welche den Zugang zu mehr oder weniger Ressourcen festlegt. Unsere politische Sozialisation funktioniert heute prim\u00e4r \u00fcber Medien. Fundierte Information w\u00e4re durch mediale Berichterstattung notwendig, denn nur eine solche eignet sich als Grundlage f\u00fcr einen demokratischen Diskurs.<\/p>\n<p>Konstruktion von Wirklichkeit<\/p>\n<p>Wahrheit an sich gibt es nicht und kann es im Konfliktumfeld nicht geben, da jeder der beteiligten Kontrahenten seine Sicht der Wahrheit darstellt und publiziert sehen m\u00f6chte. \u201eObjektiv soll eine Berichterstattung dann hei\u00dfen, wenn sie \u201eobjektgem\u00e4\u00df\u201c ist, d.h. wenn die Berichterstattung die zu berichtenden Sachverhalte so richtig, vollst\u00e4ndig und pr\u00e4zise wie m\u00f6glich darstellt. Objektive Berichterstattung vereinfacht die entsprechenden Sachverhalte, ohne sie jedoch zu verf\u00e4lschen.\u201c (Bentele, S 309, in Bilke, 2002, S 343) Die Wahrnehmung eines Dritten in der Rolle des Beobachters kann immer nur ein Ausschnitt aus einem gr\u00f6\u00dferen Gesamtbild darstellen, denn auch die Wahrnehmung des Beobachters ist begrenzt. &#8220;Wahrnehmung bezeichnet im Allgemeinen den Prozess der bewussten Informationsaufnahme eines Lebewesens \u00fcber seine Sinne. Auch die aufgenommenen und ausgewerteten Informationen selbst werden [&#8230;] Wahrnehmung(en) genannt.&#8221;<sup>1<\/sup> Aufgabe der Wahrnehmung ist es, die \u00a0Gesamtheit des oft chaotischen Inputs aus der Au\u00dfenwelt mit Hilfe unserer Sinnesorgane aufzunehmen und \u201ediese zu stabilen, geordneten Perzepten<sup>2<\/sup>\u201c (Zimbardo, 1992, S 197) zu organisieren. Wahrnehmung hilft uns ein genaues Bild der Welt zu bekommen. Unsere Umwelt ist nicht immer leicht zu entziffern. \u201eSie liefert eine Menge mehrdeutiger Daten, die Unsicherheit und manchmal gar Verwirrung veranlassen.\u201c (Zimbardo, 1992, S 197) Eine grundlegende Eigenschaft der menschlichen Wahrnehmung ist die Neigung, Mehrdeutigkeiten und Unsicherheiten eindeutig zu interpretieren und in Vertrauensw\u00fcrdiges umzuwandeln. Ereignisse werden in der Regel vom Empf\u00e4nger so umgewandelt, dass sie in bereits bekannte Muster und Wahrnehmungen eingepasst werden k\u00f6nnen. Menschen handeln nicht aufgrund der objektiven Beschaffenheit von Dingen in ihrer Umwelt, sie beziehen sich jeweils auf die Bedeutung, die diese Dinge f\u00fcr sie haben. \u201eBedeutungen sind das Ergebnis eines sozialen Aushandlungsprozesses und konstituieren sich im gesellschaftlichen Diskurs.\u201c (Kempf, 2004, S 442 in Sommer 2004) \u201eDer \u00e4u\u00dfere Rahmen muss mit den Denkmustern kompatibel sein.\u201c (Galtung, 1998, S 303)<\/p>\n<p>Gerade bei Konfliktsituationen ist die Gesellschaft oder der Einzelne als Mitglied der Gesellschaft nicht davor gesch\u00fctzt, Wahrnehmungsverzerrungen zum Opfer zu fallen. Diese Verzerrung der Konfliktwahrnehmung stellt sich dann ein, wenn man in seiner Meinungsbildung f\u00fcr die eine oder andere Gruppe Partei ergreift. Wird in einem Konflikt nun eine Partei oder eine L\u00f6sung zugunsten einer anderen favorisiert und besch\u00e4ftigt man sich nur noch mit bzw. aus der Sicht dieser Partei mit dem Konflikt, liegt eine Wahrnehmungsverzerrung vor.<\/p>\n<p>Die journalistische Berichterstattung baut im Allgemeinen darauf auf, dass sie anschlussf\u00e4hig ist an bereits Bekanntes und Anschlussdiskurse ausl\u00f6st und f\u00f6rdert. Dadurch entsteht die Grundlage f\u00fcr Verst\u00e4ndnis und Verst\u00e4ndigung. \u201eFestingers (1957) Theorie der kognitiven Dissonanz l\u00e4sst bef\u00fcrchten, dass dissonante Informationen, die mit diesen Grund\u00fcberzeugungen nicht kompatibel sind vom Leser\/H\u00f6rer abgewehrt werden und zwar umso mehr, je weiter sie sich von der dominanten gesellschaftlichen Wirklichkeit entfernen.\u201c (Kempf, 2004, S 446, in Sommer, 2004) Was nicht mit der bisherigen Wahrnehmung kompatibel ist, dar\u00fcber wird eher nicht berichtet.<\/p>\n<p>Im Alltagsverst\u00e4ndnis gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen Wirklichkeit und der Wahrnehmung von Wirklichkeit. Was man zu sehen scheint ist f\u00fcr den Betrachter wirklich. \u201eTats\u00e4chlich aber gehen in das Bild von der Wirklichkeit im Bewusstsein des Menschen Elemente ein, die nicht aus der Wirklichkeit stammen. Diese Wahrnehmungselemente sind durch den Wahrnehmenden selbst bzw. durch seine sozialen Erfahrungen und die Traditionen mit denen er aufgewachsen ist, bestimmt.\u00a0 Eine solche \u00dcberformung der wahrgenommenen Wirklichkeit durch das Subjekt ist das, was gemeinhin Vorurteil genannt wird.\u201c (Li\u00dfmann, Nicklas, Ostermann, 1975, S 37, in\u00a0 HSFK) Individuen tendieren dazu, Einstellung gegen\u00fcber bestimmten Nationen und\/oder Menschengruppen mit bestimmten Vorurteilen wahrzunehmen. Im Alltag f\u00fchrt ein Zusammentreffen mit diesen Menschengruppen oder Nationen dazu, dass seine Eindr\u00fccke \u2013 praktisch automatisch &#8211; zu bereits bestehenden Erfahrungsmustern zugeordnet werden. Wahrgenommen wird, was in sein Muster passt \u2013 der Rest wird weitgehend ausgeblendet oder uminterpretiert. Diese vorurteilsgeleitete Interpretation geht Hand in Hand mit dem Begriff der Stereotypen. \u201eUnter einem Stereotyp versteht man in der Psychologie das starre Festhalten an bzw. die Wiederholung von immer denselben Handlungen und S\u00e4tzen bzw. Vorstellungen (stereos, griech., starr, steif, fest)\u201c (Li\u00dfmann, Nicklas, Ostermann, 1975, S 38 in HFSK) Bei Stereotypen k\u00f6nnen positive und negative Eigenschaften \u00fcberh\u00f6ht, also mit dem Vergr\u00f6\u00dferungsglas betrachtet herausgestellt werden.<\/p>\n<p>Feindbilder<\/p>\n<p>Um eine spezifische Gruppe von Vorurteilen handelt es sich bei Feindbildern. Feindbilder sind meist im gesellschaftlichen Kontext entstandene Wahrnehmungsmuster. Feindbilder sind immer einseitig gerichtet, ihre Bewertungen sind immer negativ besetzt. Bei Feindbildern werden immer bestimmte, vorher erzeugte, standardisierte Einstellungen, Vorstellungen und Erwartungen hervorgerufen. Dabei geht es weniger um begr\u00fcndete, eigene Erfahrungen, sondern Feindbilder basieren meist auf \u00fcberlieferten Informationen aus zweiter oder dritter Hand. Um eine weitgehende soziale Identifikation zu erreichen, muss der Feind so b\u00f6sartig wie m\u00f6glich dargestellt werden. Die Polarisierung in den Medien hilft den Rezipienten eine Orientierung in der vertrauten Welt aufrecht zu erhalten. Typisch ist f\u00fcr Feindbilder, dass gegen deren Ver\u00e4nderung ein starker Widerstand besteht. Gegenteilige, das Feindbild nicht best\u00e4tigende Informationen aus der Umwelt werden eher nicht zur Kenntnis genommen, oder sogar als falsch zur\u00fcckgewiesen. Feindbilder sind daher sehr \u00e4nderungsresistent.<\/p>\n<p>Ausgehend von der These, dass die gro\u00dfe Masse der Bev\u00f6lkerung weithin abh\u00e4ngig ist von den Tatsachenbehauptungen und Deutungen \u00fcber die au\u00dfernationale Umwelt die von oben vorgesetzt wird, ist der Frage nach zu gehen, wie sich Feindbilder in einer Gesellschaft entwickeln und festigen. Zur Au\u00dfenpolitik und internationalen Beziehungen hat die nationale Bev\u00f6lkerung keinen unmittelbaren Zugang. Hier ist die interessierte \u00d6ffentlichkeit vollkommen von dem abh\u00e4ngig, was Politiker und Medien als Hauptinformationsquellen, gef\u00fchrt von subjektiven Interessen, weitergeben. Damit werden einseitige Interpretationsmuster vorgegeben, die in der Folge zur Einordnung der erhaltenen Information herangezogen werden. Weitere Recherchet\u00e4tigkeit zur Einsch\u00e4tzung der Zuverl\u00e4ssigkeit und Richtigkeit von Informationen werden meist nicht vorgenommen. Es darf also angenommen werden, dass ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung diesen verzerrten Interpretationsangeboten folgt und keine eigenen Vorstellungen entwickelt. \u201eRepr\u00e4sentative Bev\u00f6lkerungsumfragen hierzulande wie anderswo zeigen immer wieder, wie viele Menschen verzerrte Meinungen und Vorstellungen von anderen Staaten und V\u00f6lkern sowie von deren Absichten gegen\u00fcber dem eigenen Land haben. Selbst gut informierte Pers\u00f6nlichkeiten sind davon oft nicht ausgenommen. Im Extrem werden ganze Gesellschaften verteufelt.\u201c (Becker, Gantzel, 1975, S 63 in HFSK) Gleichzeitig berufen sich Politiker auf die Ergebnisse von Meinungsumfragen, um ihre Standpunkte zu verteidigen. Darin liegt allerdings ein Zirkelschluss, denn \u201edie Meinungen oder Einstellungen der Bev\u00f6lkerung auf die sie sich berufen sind schlie\u00dflich von ihnen selbst oder ihren Vorg\u00e4ngern erzeugt worden\u201c. (Becker, Gantzel, 1975, S 66 in HFSK) Das Feindbild der Pal\u00e4stinenser wird, im Konfliktfall mit Israel, regelm\u00e4\u00dfig von den Medien kultiviert. \u201eIn Palestine, the incessant propaganda hat is diffused by the international media portrays the Palestinian people as aggressors, the criminals, the barbarians, and the terrorists, even though they have been oppressed and uprooted from their lands that are still under occupation.\u201c (Abusrour, 2007, S 89)<\/p>\n<p>Auch das Bild, welches die Medien von der Wirklichkeit zeichnen, folgt der Nachrichtensteuerung durch Freund\/Feindbilder. So wie die Wahrnehmung allgemein als Rahmen mit den vorherrschenden Denkmustern kompatibel sein muss, so muss auch der Inhalt von Nachrichten dem herrschenden Freund\/Feindbild entsprechen. Die Leser-H\u00f6rer-Zuschauer Bindung an ein Medium funktioniert nur, wenn ein stimmiges Bild zwischen Rezipienten und Medium existiert. Daher versuchen Medien das zu berichten, was der \u201escheinbar g\u00fcltigen\u201c Meinung des Rezipienten entspricht und damit die Nachricht automatisch verkaufbar macht.<\/p>\n<p>Die Rolle der Medien bei der Konstruktion von Konflikten<\/p>\n<p>Medien haben im Allgemeinen mehr \u00dcbung darin, \u00fcber direkte Gewalt zu berichten, als \u00fcber strukturelle oder kulturelle Gewalt zu informieren. Bluttaten finden relativ leicht Zugang in die aktuelle Berichterstattung, \u00fcber die Opfer von sozialer Ungleichheit erfahren wir wenig. Auch \u00fcber die M\u00f6glichkeit, Todesopfern durch ein gerechteres Gesellschaftssystem zu vermeiden, wird zur\u00fcckhaltend informiert. Medien geben durch ihre Auffassung von Berichterstattung der ersten Betrachtungsweise einen breiten Raum, von Opfern struktureller Gewalt erfahren wir meist nur durch Statistiken.<\/p>\n<p>Medien kommt die Aufgabe zu, Vermittler zwischen Politik und Bev\u00f6lkerung zu sein. Dabei versuchen politische Parteien die Medien mit unterschiedlichen Strategien zum Sprachrohr der eigenen Interessen zu machen und dadurch die Meinung der Bev\u00f6lkerung auf ihre Seite zu ziehen.<\/p>\n<p>Sprache kommt bei diesem Vermittlungsprozess eine besondere Bedeutung zu. Journalismus erfordert \u2013 um friedenswissenschaftlichen Bedingungen zu entsprechen \u2013 eine hohe sprachliche Sensibilit\u00e4t. Berichterstattung spricht immer wieder Gef\u00fchle, Hoffnungen, Erwartungen und \u00c4ngste an, welche besonders durch \u201eWorth\u00fclsen\u201c und \u201esinnentleerte Begriffe\u201c gef\u00f6rdert werden. Sprache benennt und trennt. Begriffe f\u00fchren zum Denken in Schubladen und l\u00f6sen emotional bestimmte Sichtweisen aus, die kognitiv nicht mehr zu korrigieren sind.<\/p>\n<p>Journalisten sind als Mitglieder der Gesellschaft selbst, deren institutionellen Zw\u00e4ngen und gesellschaftlichen Tendenzen ausgesetzt. Sie bilden sich ihre eigene Meinung und sind wie andere Rezipienten, verzerrenden Wahrnehmungen ausgesetzt. Besonders bei innergesellschaftlichen Konflikten mit einer mehr oder minder ausgepr\u00e4gten eigenen Betroffenheit oder im Rahmen eines Auslandseinsatzes in einem Konfliktgebiet stellt sich eine Parteinahme ein, die in unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen durch die Berichterstattung weitergegeben werden kann.<\/p>\n<p>Kaum ein Konflikt hat nur zwei Seiten, eine gute und eine schlechte, zwischen denen klar unterschieden werden kann. Das Fallbeispiel des Konfliktes Israel \u2013 Pal\u00e4stina zeigt, wie vielschichtig ein Konfliktfall sein kann und unter wie vielen unterschiedlichen Blickwinkeln ein Konflikt wahrgenommen werden kann. Die Rolle der Medien muss in diesem Fall weit gefasst werden, eine Berichterstattung muss weit \u00fcber den Anlassfall hinausgehen, um der Komplexit\u00e4t auch nur ann\u00e4hernd zu entsprechen.<\/p>\n<p>Das Fallbeispiel \u2013 Die Mauer zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensergebieten<\/p>\n<p>Welches Bild haben wir von Israel in unseren K\u00f6pfen?<\/p>\n<p>Allein diese Frage hat Sie als Leser wahrscheinlich dazu angeregt, dass verschiedene Bilder und Informationen in Ihrem Bewusstsein aktualisiert werden, ohne hier eine besondere Information \u00fcber Israel zu lesen oder einordnen zu m\u00fcssen. Ihr Bild von Israel beruht wohl zu einem gro\u00dfen Teil auf medialer Berichterstattung und weniger auf eigener Erfahrung vor Ort. Berichterstattung in den Medien \u00fcber Israel findet sich vergleichsweise h\u00e4ufig, auch in unseren Medien. Berichte \u00fcber den Konflikt Israel &#8211; Pal\u00e4stina erf\u00fcllen viele Selektionskriterien. In einigen Berichten dominieren die Bem\u00fchungen, Frieden zu schaffen, meist handeln die Informationen jedoch von Gewalt und Krisen. Die Berichte zeigen uns, wie wir auf Israel<sup>3<\/sup> zu schauen haben und wie wir die aktuellen Gegebenheiten in ein bisher bekanntes Bild des Landes einordnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Konflikt zwischen Israelis und Pal\u00e4stinensern ist \u00e4u\u00dferst vielschichtig. Wir begegnen t\u00e4glich den drei oben beschriebenen Gewaltformen, n\u00e4mlich direkter Gewalt z.B. in Form von Raketenangriffen oder der Ermordung von Menschen, struktureller Gewalt z.B. in Form der Einschr\u00e4nkung von Bewegungsfreiheit durch den Mauerbau, israelischen Siedlungsbau und Checkpoints oder der Kontrolle \u00fcber Ressourcen, sowie Menschenrechtsverletzungen Pal\u00e4stinensischer Parteien gegen\u00fcber Anh\u00e4ngern des politischen Gegners und der kulturellen Gewalt, die sich durch die nationale und internationale Legitimation des aktuellen Status quo zeigt. Beim Konflikt Israel \u2013 Pal\u00e4stina haben wir es mit einem asymmetrischen Konflikt zu tun, wobei Israel die Position des \u201etopdog\u201c und die Pal\u00e4stinenser die Rolle des \u201eunderdog\u201c inne haben. Von Israel wird als Konfliktl\u00f6sungsstrategie einseitig die dissoziative Strategie \u2013 also der Versuch einer weitestgehenden Trennung der Konfliktparteien \u2013 angewandt. Diese Trennung erfolgt r\u00e4umlich durch den Bau der Mauer oder die Errichtung von Checkpoints und auf sozialer Ebene. \u201eDie verinnerlichte Form der sozialen Trennung wird als soziale Distanz bezeichnet. Sie wird dann wirksam angewendet, wenn man die betreffenden Menschengruppen so verschieden wie m\u00f6glich werden l\u00e4sst\u201c (Galtung, 1981, S 62). Vielf\u00e4ltige, sich teilweise widersprechende Sichtweisen existieren sowohl auf Seiten der Israelis als auch auf Seiten der Pal\u00e4stinenser. Sie m\u00fcssten in den Medien in der n\u00f6tigen Komplexit\u00e4t dargestellt werden. Vereinfachungen des Konfliktes z.B. durch Homogenisierung der Konfliktparteien innerhalb der Gruppe oder eine Reduktion auf zwei Parteien werden dem Sachverhalt nicht gerecht. Zur Veranschaulichung unterschiedlicher Sichtweisen innerhalb einer Gruppierung werden zwei ausgew\u00e4hlte Statements Israelischer Spitzenpolitiker in den Medien ausgew\u00e4hlt:<\/p>\n<p>\u201eTzipi Livni hat Recht: Zwei Staaten f\u00fcr zwei V\u00f6lker. Der einzige Weg, den israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt zu beenden, ist die Teilung des Landes Israel in zwei Nationalstaaten, die friedlich Seite an Seite leben. Nur ein umfassendes diplomatisches Abkommen zwischen einem j\u00fcdisch-demokratischen Staat und einem gem\u00e4\u00dfigten pal\u00e4stinensischen Staat kann das Ende des Blutvergie\u00dfens garantieren. Gegenseitige Anerkennung, das Ende der Besatzung und die Schaffung einer anderen politischen Wirklichkeit sind notwendig, um unseren und ihren Kindern eine Zukunft zu geben. Es wird nicht aufh\u00f6ren, bis wir miteinander reden.\u201c (Shavit, Haaretz, 19.03.09)<\/p>\n<p>\u201eBinyamin Netanyahu hat nicht weniger Recht: Auch wenn wir miteinander reden, wird es nicht aufh\u00f6ren. Tatsache ist: Wir haben in Oslo miteinander geredet, und es hat nicht aufgeh\u00f6rt. Wir haben in Camp David miteinander geredet, und es hat nicht aufgeh\u00f6rt. Wir haben in Annapolis miteinander geredet, und es hat nicht aufgeh\u00f6rt. Wir haben miteinander geredet und geredet und geredet, und die Rederei hat nichts gebracht. Shimon Peres, Ehud Barak, Ehud Olmert und Tzipi Livni haben den Pal\u00e4stinensern die ganze Welt angeboten, und die Pal\u00e4stinenser waren nicht zufrieden. So wie sie die Verhandlungen \u00fcber Gilad Shalit brutal zum Scheitern gebracht haben, haben sie t\u00f6richt alle diplomatischen Verhandlungen scheitern lassen. Das Versprechen von zwei Staaten f\u00fcr zwei V\u00f6lker ist derzeit ein hohles Versprechen, das von der Realit\u00e4t absieht.\u201c (Shavit, Haaretz, 19.03.09)<\/p>\n<p>Das gegenst\u00e4ndliche Fallbeispiel die Mauer<sup>4<\/sup> zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensergebieten wird im Folgenden durch mehrere voneinander unabh\u00e4ngige Statements dargestellt. Die unterschiedlichen \u00dcberzeugungen die den Statements zugrunde liegen erfordern einen mehrfachen Perspektivenwechsel vom Leser. Wie bereits angef\u00fchrt ist die mediale Darstellung von kultureller und struktureller Gewalt besonders schwierig, da sie sich nicht an einfachen Szenerien fest machen l\u00e4sst, welche den Nachrichtenfaktoren entgegenkommen. Durch den mehrfachen Perspektivenwechsel kann veranschaulicht werden, wie unterschiedlich Wahrnehmungen eines an sich gleichen Tatbestandes sind. Diese Komplexit\u00e4t, die dadurch entsteht, dass ein und derselbe Sachverhalt aus verschiedenen Perspektiven verschieden gesehen wird, kann durch aktuelle Berichterstattung kaum abgedeckt werden. Friedenswissenschaftlicher Journalismus strebt an, allen Beteiligten eine gleichwertige Stimme zu geben. F\u00fcr die folgenden Statements wurden \u2013 in gleicher Anzahl &#8211; sowohl j\u00fcdische<sup>5<\/sup> als auch pal\u00e4stinensische Quellen angesprochen ohne vorher deren Meinung \u00fcber den Mauerbau zu kennen. Statements 1 \u2013 5 stammen aus j\u00fcdischen<sup>5<\/sup> Quellen, 6 \u2013 10 aus pal\u00e4stinensischen Quellen. Das Ergebnis ist einigerma\u00dfen \u00fcberraschend:<\/p>\n<p>Statement 1: \u201eDas Gebiet des Sicherheitszaunes, das zurzeit zwischen dem Westjordanland und bewohnten israelischen Gebieten eingerichtet wird, ist ein zentraler Bestandteil der Reaktion Israels auf pal\u00e4stinensischen Terrorismus. Laut der Entscheidung der israelischen Regierung vom 23. Juni 2002 ist das Gebiet des Sicherheitszaunes alleinig zum Schutz bestimmt. Es ist eine Ma\u00dfnahme zur Verteidigung; er soll den Schmuggel von Terroristen, Waffen und Sprengstoff vom Westjordanland nach Israel abwehren. Das Gebiet des Sicherheitszaunes ist ein 50 Meter breiter Streifen und wird sich von Beit She\u2019an im Norden Israels nach Arad im S\u00fcden erstrecken. In seiner Mitte befindet sich ein Sicherheitszaun auf technologischem H\u00f6chststand, der (die Bev\u00f6lkerung) vor Eindringlingen sch\u00fctzen soll. Er ist so konstruiert, dass er sie vor dem \u00dcberschreiten der Linie abh\u00e4lt. Auf der westlichen Seite befindet sich ein Trampelpfad und auf beiden Seiten befinden sich asphaltierte Autostra\u00dfen. Beobachtungsanlagen erg\u00e4nzen das Warnsystem. Milit\u00e4rposten und Grenzpolizei werden die Strecke entlang des Zaunes kontrollieren und k\u00f6nnen so Versuche unerlaubten Eindringens abwehren. Mit dem Sicherheitszaun soll Leben gesch\u00fctzt werden und nicht Land annektiert werden. Das Oberste Gericht in Israel hat bereits festgestellt, dass Israel im Zusammenhang der Selbstverteidigung dazu berechtigt ist, verschiedene Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um so potentiellen Terroristen vorzubeugen und sie davon abzuhalten, ihre Attentate auszuf\u00fchren. Der Sicherheitszaun ist eine dieser vorbeugenden Ma\u00dfnahmen. Die Entscheidung f\u00fcr den Sicherheitszaun wurde erst dann getroffen, nachdem andere Versuche, pal\u00e4stinensischen Terror zu stoppen, gescheitert waren. Dies zeigt, dass das Leben israelischer B\u00fcrger dauerhaft gef\u00e4hrdet ist.\u201c (Embassy of Israel, Vienna)<sup>6<\/sup><\/p>\n<p>Statement 2: \u201eDie Mauer symbolisiert die Unf\u00e4higkeit Israels einen \u201emodus vivendi\u201c mit den Pal\u00e4stinensern zu erreichen. Sie ist eine einseitige, unilaterale Ma\u00dfnahme. Ihr Verlauf stimmt nicht mit der &#8220;Gr\u00fcnen Linie&#8221; (Grenzen vor 1967) \u00fcberein und annektiert so Land, das eigentlich den Pal\u00e4stinensern geh\u00f6rt; sie trennt arabische Bauern vielfach von ihrem Boden\/Feldern ab. Die Logik der Trennung folgt einer politischen Linie, die schon 1924 von Zeev Jabotinski vorhergesehen und gefordert wurde. Eine &#8220;Eiserne Wand&#8221; sollte zwischen der zionistischen Landnahme und den &#8220;Natives&#8221; errichtet werden, was letztlich nur mit milit\u00e4rischen Mitteln durchgef\u00fchrt werden konnte. Heute befinden sich jedoch ca. 1,3 Millionen Pal\u00e4stinenser &#8220;diesseits&#8221; der Mauer, im israelischen &#8220;Kernland&#8221;. Sie konnten allerdings noch nicht ausgegrenzt werden, was z.B. den Au\u00dfenminister (Liebermann) &#8220;st\u00f6rt&#8221;. Die Trennmauer fungiert also (noch) nicht als eine ethnische Grenze.<\/p>\n<p>Die Mauer war eigentlich ein Projekt der\u00a0 zionistischen Linken (v.a. Arbeitspartei) um den Erhalt einer j\u00fcdischen Mehrheit innerhalb des israelischen Staates zu festigen. Eine andere Begr\u00fcndung war, einen &#8220;Sicherheitsg\u00fcrtel&#8221; gegen\u00fcber der Westbank anzulegen. Das Projekt wurde v.a. 2002 vorangetrieben, um pal\u00e4stinensischen Attentaten vorzubeugen. Die Zahl der Anschl\u00e4ge ist tats\u00e4chlich stark zur\u00fcckgegangen. Daf\u00fcr hat die Mauer aber neue Probleme geschaffen; sie wurde auch vom Internationalen Gerichtshof verurteilt.\u201c (John Bunzl, OIIP, Wien, per mail 15.12.10)<\/p>\n<p>Statement 3: \u201cThe wall is an attempt to preempt the decision about the border between Israel and Palestine. Yet, unwillingly it shows that Israel believes in a two states solution. On the long run the wall will be torn down, because<br \/>\neven for security reasons it is an obsolete solution.\u201d (Moshe Zimmermann, Autor, per mail 18.12.2010)<\/p>\n<p>Statement 4: Was denke ich \u00fcber die \u201eMauer\u201c?\u00a0 Zun\u00e4chst einmal handelt es sich nicht um eine durchgehende Mauer, wie uns \u201eFriedensjournalisten\u201c weismachen wollen, sondern um einen Sicherheitszaun. Nur f\u00fcnf Prozent besteht aus einer Mauer. Vor Jahren \u00fcbersetzte ich einen Artikel \u00fcber die verschiedenen Sicherheitsz\u00e4une in der Welt<sup>7<\/sup>. Und inzwischen sind zus\u00e4tzliche Z\u00e4une errichtet worden. Ja, bekommen wir die Antwort, von sich auf diesen einen Sicherheitszaun einschie\u00dfenden \u201eFriedensfreunden\u201c. Dieser Zaun befindet sich doch auf besetztem Gebiet. Nun werden einige i T\u00fcpfelchen Reiter einwenden, es handelt sich um ein umstrittenes Gebiet, denn die Westbank war bis 1967 von Jordanien besetzt und diese Besatzung wurde au\u00dfer Gro\u00dfbritannien, Pakistan von niemand anerkannt. Doch warum eigentlich diese Aufregung, als ob dieser Sicherzaun nur aus Jux und Tollerei errichtet wurde. Die \u201eFriedensfreunde\u201c, die uns schildern welche Unbequemlichkeit diese Mauer der lokalen Bev\u00f6lkerung verursacht, vergessen tunlichst, die Ursache, warum dieser Zaun gebaut wurde, n\u00e4mlich den blutigen Terror, den terroristische Bewegungen gegen die Zivilbev\u00f6lkerung Israels vor \u00fcber zehn Jahren lancierten, einzud\u00e4mmen. Doch f\u00fcr manche, die sich \u00fcber den Zaun erregen, ist schon die Existenz eines j\u00fcdischen Staates ein Skandal. Nat\u00fcrlich werden alle \u201eFriedensfreunde\u201c beteuern, was sie f\u00fcr die toten Juden empfinden. Und manche kennen auch lebende \u201egute Juden\u201c, die kein gutes Haar am j\u00fcdischen Staat lassen. Und sofort kommt der Einwand, man wird doch diesen Staat kritisieren d\u00fcrfen, ohne mit der \u201eAntisemitismuskeule\u201c bedroht zu werden. Wer so redet, dem empfehle ich die Antisemitismusdefinition der EUMC<sup>8<\/sup>.<\/p>\n<p>Mancher Friedensfreund bem\u00fcht sich, die drei D gegen Israel anzuwenden, dieser Staat wird von ihnen <strong>d<\/strong>\u00e4monisiert, <strong>d<\/strong>elegitimiert und dabei wird ein <strong>d<\/strong>oppelter Standard angewendet. Wir erleben die Fixierung auf Israel, als alleinig Schuld tragend am Konflikt, die Delegitimierung j\u00fcdischer Staatlichkeit, die Gleichsetzung Israels mit dem Nationalsozialismus, den Mythos einer j\u00fcdischen Weltverschw\u00f6rung sowie die Kaperung j\u00fcdischer Holocausterinnerung. Es wird der Vorwurf laut, Juden und der Staat Israel schlagen aus der Erinnerung an die j\u00fcdische Opfer-Erfahrung ungerechtfertigt moralisches und monet\u00e4res Kapital. Andererseits merken wir die Tendenz jede reale und vorgestellte Leidens- und Verfolgungserfahrung als \u201eholocaustartig\u201c anerkannt zu bekommen. Kein Zufall, dass die \u201eFriedensjournalistin\u201c Ellen Rohlfs behauptet, die Israelis w\u00fcrden an den Pal\u00e4stinensern einen \u201eschleichenden\u201c Holocaust begehen.<\/p>\n<p>Wenn es um besetzte Gebiete geht, dann braucht man gar nicht bis Asien reisen. Das seit 1974 von T\u00fcrken besetzte Nord-Zypern befindet sich noch in Europa. Diese Besatzung wird von der UNO und der internationalen Gemeinschaft als illegal betrachtet. Wie viele Demonstrationen von Friedensfreunden gegen die T\u00fcrkei haben sie schon erlebt, gibt es jemand der dagegen aufmuckt, dass seit mehr als drei Jahrzehnten auf diesem Gebiet, T\u00fcrken aus Anatolien angesiedelt werden?<\/p>\n<p>Aber, so h\u00f6rt man dann den Einwand, in Israel herrscht Apartheid. Wenn man dann fragt, wie sich denn dies \u00e4u\u00dfert, dann bekommt man die erstaunlichsten Antworten. Wer jemals in einem israelischen Spital war, konnte feststellen, dass j\u00fcdische und arabische Patienten im gleichen Zimmer liegen und von j\u00fcdischen und arabischen \u00c4rzten bzw. Pflegepersonal behandelt werden. Durften w\u00e4hrend des Apartheids in S\u00fcdafrika, Schwarze und Wei\u00dfe im Spital im gleichen Zimmer liegen? Nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich wurde Israels ehemaliger Staatspr\u00e4sident wegen Vergewaltigung und sexueller N\u00f6tigung verurteilt. Der Richter, der ihn schuldig sprach war Araber. Gab es damals in S\u00fcdafrika schwarze Richter die einen Wei\u00dfen verurteilen konnten? Nat\u00fcrlich nicht. Kein Gesetz in Israel verbietet sexuelle Beziehungen zwischen Araber und Juden w\u00e4hrend jeder Kontakt zwischen Wei\u00dfen und Schwarzen in S\u00fcdafrika verboten war. Stellen Sie mal einem islamischen Schriftgelehrten die Frage, ob denn eine Muslima einen Juden oder Christen heiraten darf, wenn dieser bei seiner Religion bleibt. Ein Thema, mit dem sich weder Frauenrechtlerinnen noch \u201eFriedensfreunde\u201c besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Doch schauen wir uns ein wenig um in diesem Gebiet, das jetzt durch den Sicherheitszaun getrennt ist. Zwischen 1967 und 1987 waren die verschiedenen Territorien, die einmal Teil des britischen Mandatsgebietes waren nicht getrennt. Jeder konnte sich frei bewegen. Es gab keine Grenzen. Hunderttausende Pal\u00e4stinenser aus diesen Gebieten arbeiteten in Israel, meistens am Bau und als unqualifizierte Arbeiter. Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenige Israelis \u00fcbersiedelten in die Gebiete. Die Pal\u00e4stinenser israelischer Staatsb\u00fcrgerschaft und diejenigen ohne kamen sich n\u00e4her. Ungef\u00e4hr 100.000 Pal\u00e4stinenser aus der Westbank bzw. Gaza \u00fcbersiedelten nach Israel (in vielen F\u00e4llen heirateten sie israelische Araber), was ungef\u00e4hr der Anzahl der Israeli gleichkommt, die in diese Gebiete \u00fcbersiedelten.<\/p>\n<p>Im Sommer 1987 erkl\u00e4rte Sari Nusseibeh im israelischen Fernsehen, dass er und andere Pal\u00e4stinenser mit der Idee spielten, die Forderung nach einer pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit fallen zu lassen. \u201eIhr Israelis macht eine Teilung unm\u00f6glich, akzeptieren wir das und schaffen wir einen binationalen Staat\u201c. Linke Israelis waren schockiert. Das w\u00fcrde das Ende j\u00fcdischer Souver\u00e4nit\u00e4t und binnen einer Generation eine arabische Mehrheit bedeuten sowie das Ende des Zionismus. Dann brach 1987 die erste Intifada aus. Die Israelis besuchten nicht mehr die West Bank (Gaza interessierte sie nicht), weniger und weniger pal\u00e4stinensische M\u00e4nner konnten Arbeit finden in Israel. Israel holte Gastarbeiter aus Philippinen und Thailand und was wichtiger ist, die meisten Israelis akzeptierten die Idee, dass eines Tages die Pal\u00e4stinenser ihren eigenen Staat haben werden und man einen gro\u00dfen Teil der Siedlungen aufgeben wird m\u00fcssen. Die Konvergenz endete und die Separation begann. Jetzt ist die Separation endg\u00fcltig. Radikale linke Israelis faseln noch von der israelischen Besatzung von Gaza, aber das hat nichts mit Fakten zu tun. Gaza kann weder kulturell noch politisch in einem Aufwasch mit Israel genannt werden. Die West Bank hinkt da nicht sehr nach. Die Israelis, ausgenommen die Siedler und die immer kleiner werdenden IDF Einheiten, besuchen die Westbank nicht. Die Pal\u00e4stinenser fahren \u2013 mit Ausnahme einer kleinen Anzahl Gesch\u00e4ftsleute und eine gro\u00dfe Anzahl (zehntausende) die israelische Spit\u00e4ler besuchen \u2013 nicht nach Israel. Die Verbindungen zwischen israelischen Pal\u00e4stinensern und den anderen ist beschr\u00e4nkt. Das politische System Israels l\u00e4sst zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, aber am Ende funktioniert es doch besser als die meisten demokratischen Regierungen heutzutage obwohl es gr\u00f6\u00dferem Druck ausgesetzt ist.<\/p>\n<p>In Gaza gibt es einen grausigen theokratischen Staat, w\u00e4hrend die Westbank von einer nicht effizienten Kleptokratie von einem wohlmeinenden doch nicht gew\u00e4hlten Ministerpr\u00e4sidenten gef\u00fchrt wird. Die pal\u00e4stinensischen Gebiete sind politisch nicht souver\u00e4n und da gibt es an die 250.000\u00a0 Israelis auf der Westbank. So ist die Trennung weit davon entfernt komplett zu sein. Aber die Entwicklung ist klar. Gesellschaften schaffen und halten nationale Staaten aufrecht, wenn sie einen gemeinsamen Nenner haben, irgendetwas was ihnen erm\u00f6glicht zusammen zu agieren, zusammen zu leben und politische Kompromisse zu akzeptieren. Wenn das nicht der Fall ist, dann fallen sie fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auseinander. Belgien ist das j\u00fcngste Beispiel. Jugoslawien ist in einem schlimmen B\u00fcrgerkrieg auseinander gefallen, obwohl die meisten eine gemeinsame Sprache sprechen. Diejenigen, die von einem gemeinsamen Staat sprechen merken gar nicht, dass sie sich jeden Tag mehr von der Realit\u00e4t entfernen. Juden und Pal\u00e4stinenser haben nie die gleiche Sprache, Geschichte, Religion, Kultur, politische Tradition oder irgendein gemeinsamen Ziel geteilt. Die Juden und die Pal\u00e4stinenser, die israelische B\u00fcrger sind (und etwas weniger die Pal\u00e4stinenser von Ost-Jerusalem) schaffen langsam und z\u00f6gernd solch eine Gemeinschaft. Die Juden au\u00dferhalb Israels haben noch eine Menge Gemeinsamkeiten mit den Israelis, aber die Verbindung wird schw\u00e4cher.<\/p>\n<p>Die restlichen Pal\u00e4stinenser in der Westbank, Gaza nicht zu erw\u00e4hnen, der Rest der arabischen Welt entwickelt sich in eine andere Richtung, d.h. nicht zu einer Konvergenz.<\/p>\n<p>Es gibt vielleicht keine andere Gesellschaft wie die israelische, in der die Selbstkritik in Politik und Medien\u00a0 so ausgepr\u00e4gt ist wie in Israel. Ein Blick in die englischsprachigen online Medien wie z.B. Haaretz gen\u00fcgt, um das festzustellen. \u00a0(Karl Pfeifer, Journalist, Telefonat am 10.1.2011, mail 18.1.2011)<\/p>\n<p>Statement 5:<sup>9<\/sup> \u201eDie israelische Regierung hat die Verpflichtung, die eigene Bev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen, diese Ma\u00dfnahme \u2013 der Mauerbau \u2013 sollte jedoch auf eigenem und nicht auf Pal\u00e4stinensergebiet gesetzt werden. F\u00fcr Israel hat die Mauer v. a. einen Sicherheitsaspekt um Selbstmordattent\u00e4ter von der israelischen Bev\u00f6lkerung fern zu halten. Tats\u00e4chlich trennt die Mauer v. a. in Jerusalem pal\u00e4stinensische Nachbarschaften voneinander. Die Mauer erlaubt es den Sicherheitsbeh\u00f6rden verst\u00e4rkte Kontrollen durchzuf\u00fchren\u00a0 und den Zugang zur anderen Seite kompliziert zu machen oder zu verunm\u00f6glichen. Insbesondere der Zugang zum lokalen Markt und damit zu wirtschaftlichem \u00dcberleben oder zu Krankenh\u00e4usern wird abgeschnitten. Die Mauer bei Jerusalem ist noch nicht fertig gestellt, es ist geplant, Vororte die im Pal\u00e4stinensergebiet liegen, israelischem Gebiet zuzuschlagen und mit der Mauer zu umgeben.\u201c<sup>10<\/sup><\/p>\n<p>Statement 6: \u201cIt is impossible to describe the shock and disturbed emotions on first seeing the Israeli security wall sneaking its inexorable way around villages and towns and turning the land effectively into a vast fortress. It is equally hard to grasp the full implications for the lives of Palestinians.\u201d (Grey, 2007, S 9)<\/p>\n<p>Statement 7: \u201cFirst of all the wall is illegal. Israel also confiscated some of the lands and Palestinian old trees, old traces, landscape, and also some inhabited houses to build the wall. The effect also for the farmers: their land is the only income unfortunately it is taken, that means they are homeless and jobless.<\/p>\n<p>The wall has also an effect on the water sources and recourses &#8220;If you have any maps&#8221; see the boundaries of wall all the water recourses will be outside the wall, inside the Israeli occupied area. Since long time the Israeli\u00a0start to build Israeli settlements in between Palestinian mountains, lands, homes. By time the Palestinian population is growing more and more, even so the Israelis: but Palestinians grow up more. Israelis are frightened that there will be no more land for them to expand, so the main reason for keeping some area called area C is to keep land &#8211; as they store it for their future expansion and enlargements (for population expansion matters). Palestinians have no more land to expand. For future developments: streets, neighbourhoods, villages, there will be not enough space.<\/p>\n<p>People live inside the wall like the Palestinian in Jerusalem, are suffering a lot, the wall will be indirect impact for their transfer from their home, they are living in big jail.<\/p>\n<p>* Future: the wall will be demolished\u00a0and the Israelis even so very happy by telling \u201cwe are making our self a safe area\u201d, no and for sure no, the wall never help in this issue, peace will help, more than wall.\u201d (Walid S Abu Alhalaweh, Hebron Rehabilitation Committee, Public Relation Director, per mail 21.12.10)<\/p>\n<p>Statement 8: \u201cMy village, Jayyous, is one of the villages which are located to the east of the Green Line.\u00a0 The Green Line is considered by the international community as the border between the Israeli State and the West Bank.\u00a0 Because of its location my village has had its land confiscated.\u00a0 I believe that the Israeli Army built the wall in its present position in order to &#8211; annexe as much land as possible for the settlements,<\/p>\n<p>to isolate the rich underground water wells, to prevent any possibility of creating a viable independent Palestinian state and to force Palestinian emigration.<\/p>\n<p>The wall has created many difficulties for us.<\/p>\n<p>Merchants who used to buy our produce can not anymore because anyone who wants to cross at any gate must be a citizen of the village and must have a permit.<\/p>\n<p>We are obliged to go and return from our farms according to the times the gates are open, we are not allowed to sleep on our farms.<\/p>\n<p>The wall has closed off our roads.\u00a0 Therefore we must pass through the gates and many times we have to walk in a large circle to reach our farms.<\/p>\n<p>Many families are denied permits to access their land as a collective punishment because one member of the family has been accused of being a terrorist.<\/p>\n<p>In fact both the Israeli Army and the security have used refusing permits as a means of punishing anyone who dares to say \u201cNo\u201d to the occupation or \u201cNo\u201d to the wall.<\/p>\n<p>In 2009 the Israeli Supreme Court issued a decision that the wall in Jayyous should be moved to another location. According to this decision 2488 dunum [1000 square meters] will be on the Jayyous side.\u00a0One of the underground water wells will also be returned, but more that 4000 dunum will still be isolated, as will be four underground wells.\u00a0 We don&#8217;t know when this decision will be implemented.\u00a0 We don&#8217;t know if this new separation fence will be temporary or a political border.\u201d (Shareef Khalid, farmer, per mail 27.12.2010)<\/p>\n<p>Statement 9: \u00a0\u201eDer H\u00fcgel s\u00fcdwestlich vom Weinberg (nahe Bethlehem) ist vor kurzem enteignet worden. Neue Verbindungswege zwischen den Siedlungen wurden gebaut und Stromleitungen verlegt. Der ganze H\u00fcgel ist bereits unter Siedlerkontrolle. Ein Plan ist, Nahalin (ein pal\u00e4stinensisches Dorf) mit einem Zaun zu umgeben. Ferner ist der Bau von zwei Stra\u00dfen geplant, um den Weinberg von allen Seiten abzuschneiden. Falls diese Situation eintreten sollte, so werden wir trotzdem mit ungebrochenem Willen daran festhalten, auf unserem Land zu bleiben. Deshalb arbeiten wir jetzt intensiv daran, um sicher zu stellen, dass die \u201eTent of Nations Insel\u201c die n\u00f6tigen Mittel f\u00fcr eine selbst\u00e4ndige Existenz zur Verf\u00fcgung stehen. Wir m\u00fcssen juristisch auch weiter k\u00e4mpfen, um einen Zugang von und nach Bethlehem zu sichern.\u201c (Daoud Nassar, Tent of nation, per mail, 31.12.2010)<\/p>\n<p>Statement 10: Was wird Ihrer Meinung nach mit dem Mauerbau\/Siedlungsbau bezweckt?\u00a0 \u201eDie Frage liefert bereits die Antwort: Die Mauer dient dem Siedlungsbau und sch\u00fctzt in. In Israel hatte es schon immer, d.h. lange vor der Staatsgr\u00fcndung starke politische Kr\u00e4fte gegeben, die sich f\u00fcr ein Gro\u00df-Israel, in z. T. absurden Ausma\u00dfen, aber immer mindestens das ganze Land zwischen Mittelmeer und Jordan, einsetzten. Nach dem 6-Tagekrieg brach in Israel die gro\u00dfe Euphorie aus: Endlich haben wir Jud\u00e4a und Samaria unter unser Kontrolle. Was international anerkannt war, die Waffenstillstandsgrenzen von 1949 hie\u00df nun pl\u00f6tzlich \u201eAuschwitz-Grenzen\u201c\u00a0 (Au\u00dfenminister Abba Eban<sup>11<\/sup>). Jeff Halper, der Gr\u00fcnder von ICAHD bezeichnet das System von Mauer \/ Siedlungen \/ Strassen nur f\u00fcr Juden \/ Checkpoints als Kontroll-Matrix (matrix of control), mit der die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung in einen immer enger werdenden W\u00fcrgegriff gebracht wird. Das wohl extremste Beispiel ist die Ummauerung der Stadt Qalqiliya mit rund 40&#8217;000 Einwohnern.\u201c<\/p>\n<p>Welche Konflikte sehen Sie f\u00fcr die Zukunft, wird die Mauer bestehen bleiben m\u00fcssen?<\/p>\n<p>\u201eZwischen Mittelmeer und Jordan leben heute rund 5 Millionen Pal\u00e4stinenser und etwa gleich viele j\u00fcdische B\u00fcrger Israels. So wie ich Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser in Israel und in der Westbank kennen gelernt habe, scheinen sie mir au\u00dferordentlich stark mit ihrem Boden verbunden. Es ist ihre Heimat, in der ihre Familien seit Generationen gelebt haben. Auch unter Druck werden sie nicht einfach verschwinden. So bleiben wohl nur drei Varianten: Genozid, gewaltsame Vertreibung oder sie sind noch immer in ihrer gro\u00dfen Zahl im Land. Die beiden ersten Varianten halte ich, au\u00dfer es komme zu einem ganz gro\u00dfen Krieg, der auch die Nachbarl\u00e4nder erfasst, in der heutigen Zeit und praktisch vor der Haust\u00fcre Europas nicht mehr f\u00fcr m\u00f6glich. Eher wahrscheinlicher ist f\u00fcr mich, dass die innere Zerrissenheit der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung Israels zu Ereignissen f\u00fchrt, welche letztlich der pal\u00e4stinensischen Seite zu Gute kommen. Dies mag Wunschdenken sein. Aber wer h\u00e4tte Mitte der 1980er Jahre vorausgesagt, dass es 10 Jahre sp\u00e4ter keine Sowjetunion mehr geben w\u00fcrde. Dass die monstr\u00f6se Mauer\/Sperranlage eines Tages verschwinden wird, steht f\u00fcr mich au\u00dfer Zweifel. Es ist zu hoffen, dass die Siedlungen dann im Wesentlichen bestehen bleiben und der ganzen Bev\u00f6lkerung zur Verf\u00fcgung stehen. Was sich Israel bei seinem R\u00fcckzug 2005 aus dem Gazastreifen mit der Zerst\u00f6rung der Siedlungen geleistet hat, darf sich nicht wiederholen.\u201c<\/p>\n<p>(Ruedi Knutti, Pal\u00e4stina Solidarit\u00e4t, Schweiz, per mail 14.1.2011)<\/p>\n<p>Allein die kleine Auswahl an Statements<sup>12<\/sup> zur Israelischen Mauer \u2013 zum Schutz, zur Selbstverteidigung, zur Ausgrenzung, zur Dem\u00fctigung, als Aufruf zum Widerstand, etc. \u2013 zeigt, trotz der durch die erhaltenen Antworten bedingten Tendenzen, wie viele Dimensionen friedenswissenschaftlicher Berichterstattung in den Medien zu ber\u00fccksichtigen w\u00e4ren. Die Anzahl der Akteure ist ebenso nur stellvertretend f\u00fcr viele weitere, vom Konflikt betroffene Gruppen und Personen zu sehen. Viele von ihnen haben es noch nicht in westliche Medien geschafft und wurden daher als Akteure nicht wahrgenommen. Sie alle k\u00f6nnten einen Beitrag zur Friedensschaffung leisten. Welche L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine friedenswissenschaftlich korrekte Berichterstattung existieren, wird im Schlusskapitel dargestellt.<\/p>\n<p>L\u00f6sung<\/p>\n<p>Welche Verantwortung haben Journalisten und welchen Herausforderungen m\u00fcssen sich Journalisten in einer gewaltgepr\u00e4gten Welt stellen?<\/p>\n<p>\u201eIch hoffe es gelingt uns, deutlich zu machen, dass Medien und Journalisten einen Einfluss auf Konflikte haben und dass sie eine positive Rolle spielen k\u00f6nnen. Dabei m\u00fcssen sie begreifen lernen, dass sie in ihrer Berichterstattung immer auch ihre eigenen Werte und Normen einflie\u00dfen lassen. Journalisten sind Teil des Kommunikationsprozesses, manchmal sind sie die einzigen Kommunikationskan\u00e4le zwischen verfeindeten Parteien. Indem wir uns zu F\u00fcrsprechern der universellen Menschenrechte machen, k\u00f6nnen wir dabei helfen vorurteilsfreie Informationen zu verbreiten.\u201c (Bilke, 2002, S 342)<\/p>\n<p>Richtigkeit, Vollst\u00e4ndigkeit und Transparenz sind Werte, die f\u00fcr Journalisten Basis ihrer Arbeit sind. Auch das Streben nach Wahrheit geh\u00f6rt dazu, auch wenn jedem klar sein muss, dass Objektivit\u00e4t nie absolut erreichbar ist. \u201eEin Journalist kann nie f\u00fcr sich beanspruchen, die Wahrheit zu berichten\u201c (Bilke, 2002, S 346) Journalisten m\u00fcssen sich im Klaren sein, dass ihr eigener Standpunkt, ihre eigene Kultur und ihre Sozialisation ihren Blick auf die Welt pr\u00e4gen und ohne umfassende Reflexion in die publizierten Artikel flie\u00dfen. Trotz aller Reflexion ist der ver\u00f6ffentlichte Bericht nur eine m\u00f6gliche Version der Geschichte. Diese Information muss offen gelegt werden, sie k\u00f6nnte dazu anregen \u2013 wie im Fallbeispiel \u2013 mehreren Perspektiven Raum zu bieten.<\/p>\n<p>Die Reflexion der eigenen Position erm\u00f6glicht es, Widerspr\u00fcche bei den Konfliktparteien aufzuzeigen. Jede Partei in einem Konflikt versucht, die eigene Seite m\u00f6glichst vorteilhaft darzustellen und die Wahrheit auf ihrer Seite zu ziehen. Friedensjournalismus muss diese Intentionen erkennen und die offensichtlichen Interpretationen hinterfragen. Journalisten mit friedenswissenschaftlichem Anspruch sollten tiefer liegende Interessen erforschen und offen legen. Das Aufdecken von Hintergr\u00fcnden und Zusammenh\u00e4ngen erlaubt, eine andere Perspektive auf einen Konflikt zu richten, als es bei einer oberfl\u00e4chlichen Betrachtung m\u00f6glich w\u00e4re. Eine derartige Herangehensweise ben\u00f6tigt wesentlich mehr Zeitaufwand f\u00fcr die Recherche als die \u00dcbernahme von vorgefertigten Kommunikationsmustern der Konfliktparteien. Eine umfassende Recherche bedeutet Kommunikation mit verschiedenen Quellen (vgl. Fallbeispiel), die dann auch im ver\u00f6ffentlichten Bericht aufscheinen k\u00f6nnen. Friedenswissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Berichterstattung muss sich auch in ver\u00e4nderten Strukturen der Nachrichtenproduktion niederschlagen, eine weitgehende Fokussierung auf Qualit\u00e4tsjournalismus, der eigene Recherche erlaubt und verst\u00e4rkt, w\u00e4re das Ziel. Recherchen, die friedenswissenschaftlichen Anspr\u00fcchen folgen, brauchen mehr Zeit und Raum, da sie tiefer in die Hintergr\u00fcnde von Konflikten vordringen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Eine weitere Anforderung an Friedensjournalismus ist die Suche und das Aufzeigen von Konfliktl\u00f6sungen. Die Suche nach Gemeinsamkeiten unterstreicht gemeinsame Interessen und baut Barrieren zwischen den Parteien ab. \u201eDie Strukturen in der heutigen Welt sind wenig friedlich, aber Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr eine andere Ordnung sind vorhanden.\u201c (Bilke, 2002, S 347) Die Differenzen d\u00fcrfen bei diesem Bestreben nicht \u00fcbersehen werden, alle Seiten m\u00fcssen mit ihren Argumenten im Bericht gleichwertig aufscheinen. Keine Seite soll sich mit ihren Argumenten gegen \u2013 oder auf Kosten &#8211; anderer durchsetzen. Kempf f\u00fchrt seinen Anspruch an Friedensjournalisten aus: \u201eCritical peace journalism, obviously, demands more than to avoid judgements and to report facts only. It requires an intellectual capacity which goes beyond antagonism. If journalists claim to contribute to the termination of war and violence, it does not suffice for them to stay neutral but they have to abandon the framework of war and military logic and to take a firm stand in the logic of constructive conflict transformation.\u201d (Kempf, 1999, in Bilke, 2002, S 344)<\/p>\n<p>In seinem sozialpsychologischem Modell zeigt Kempf, dass Konfliktberichterstattung eine destruktive, eskalierende Logik zugrunde liegt. Durch die einem Konflikt innewohnende Bedrohung entsteht eine verzerrte Realit\u00e4tswahrnehmung. In der Konstellation gegenseitiger Bedrohung verselbst\u00e4ndigt sich ein Konflikt zu einem autonomen Prozess der den Beteiligten keine andere M\u00f6glichkeit offen l\u00e4sst, als die Verteidigung der eigenen Ziele. Die durch Massenmedien vermittelte Konfliktwirklichkeit in der aktuellen Form bewertet und beeinflusst Konfliktverl\u00e4ufe und verst\u00e4rkt die naturw\u00fcchsige Tendenz der Wahrnehmungsverzerrung der Konfliktparteien. Ihre jeweiligen Sichtweisen werden dadurch verst\u00e4rkt. \u201eDiese Tendenzen haben ihren Ursprung in der systematischen Perspektivendivergenz zwischen den Konfliktparteien. W\u00e4hrend man seine eigenen Handlungen vom Innenstandpunkt des Blicks auf die damit verfolgten Intentionen wahrnimmt, werden Fremdhandlungen von einem Au\u00dfenstandpunkt, d.h. von den Handlungsfolgen her erfahren.\u201c (Kempf, 1996, S 51) Gegenseitiges Verstehen der Handlungsweisen kann als L\u00f6sungsansatz durch eine aktive Perspektiven\u00fcbernahme \u00a0&#8211; und die Berichterstattung \u00fcber andere Perspektiven &#8211; gef\u00f6rdert werden. F\u00fcr die Gestaltung eines kooperativen Rahmens kann Friedensjournalismus eine wichtige Basis darstellen. Wird ein Konflikt als Teil eines gemeinsamen Problems dargestellt und die Sichtweisen und Interessenlagen aller Parteien dargelegt, steigt die Bereitschaft der Suche nach einer gemeinsamen L\u00f6sung und auch das Interesse, eine solche L\u00f6sung zu finden. Friedensjournalismus hat die Aufgabe, \u201edie Rechte des Gegners zu respektieren und seine Intentionen unverzerrt darzustellen\u201c (Kempf, 1996, S 54). Friedensjournalismus kann einen \u201eselbstkritischen Blick auf die eigenen Rechtsanspr\u00fcche und Intentionen \u00fcben und der Tatsache Rechnung tragen, dass auch der Gegner Anlass hat, sich bedroht zu f\u00fchlen\u201c. (Kempf, 1996, S 54) \u201eFriedensjournalismus stellt die gemeinsamen Rechte in den Vordergrund und macht sich auf die Suche nach Ans\u00e4tzen von Friedensbereitschaft auf beiden Seiten.\u201c (Kempf, 1996, S 54) Er ist dazu angehalten, friedliche Alternativen aufzuzeigen und von den Beteiligten einzufordern. Diese neue journalistische Herangehensweisen er\u00f6ffnet Perspektiven f\u00fcr Vers\u00f6hnung.<\/p>\n<p>Friedensjournalismus sollte vor allem auf der Seite der friedlichen L\u00f6sung stehen. Friedensjournalisten sind dazu aufgerufen, den Dialog zu f\u00f6rdern, nicht aber Zustimmung oder Ablehnung f\u00fcr eine am Konflikt beteiligten Parteien zu f\u00f6rdern und damit Gewinner und Verlierer zu kreieren. Johan Galtung geht in seinem Ansatz davon aus, dass Berichterstattung immer zwei Wege vorfindet, eine \u201ehigh road\u201c und eine \u201elow road\u201c. Die niedrige Stra\u00dfe betrachtet Konflikte als sportliche Wettk\u00e4mpfe, ein Bericht \u00fcber Gewalt erzeugt Gegengewalt. Auf der \u201ehigh road\u201c werden Konflikte als Herausforderungen gesehen, welchen mit friedlichen Mitteln gel\u00f6st werden sollen. Die Suche nach einer friedlichen Transformation des Konfliktes steht im Mittelpunkt. Die Konzentration und die Suche nach friedlichen L\u00f6sungsstrategien sollten den Dialog f\u00f6rdern und zum Nachdenken anregen. Friedensjournalismus hat die Aufgabe zu de-polarisieren, \u201eindem er Positiva und Negativa aller Seiten darstellt und zu de-eskalieren, indem er \u00fcber Friedens- und Konfliktresolutionen ebenso berichtet wie \u00fcber Gewalt.\u201c (Galtung, 1998, S 300) Hier ist nicht Vereinfachung angebracht, oft stehen \u2013 wie im Fallbeispiel Israel &#8211; Pal\u00e4stina &#8211; viele Akteure im Hintergrund. Friedensjournalismus versucht, allen Konfliktparteien eine gleichwertige Stimme zu \u00a0geben. \u00a0Die Verbundenheit mit allen am Konflikt beteiligten Parteien sollte klar zum Ausdruck kommen. Dabei werden die Konfliktinteressen thematisiert sowie die Strategien, welche jeder der Akteure verfolgen. Zur Erreichung dieser Ziele ist ein intensives Wissen der berichtenden Journalisten \u00fcber den Konflikt notwendig. Friedensjournalismus soll auch \u00fcber das Ringen nach Frieden berichten, da es sich dabei in der Regel nicht um einen linearen Prozess handelt, m\u00fcssen im Medienalltag auch Strukturen aufgebaut werden, die diese Prozesse entsprechend f\u00f6rdern. Das Ringen um Frieden kann ein spannender, aufregender Aushandlungsprozess sein bei dem es sich lohnt, die \u00d6ffentlichkeit mit einzubinden.<\/p>\n<p>F\u00fcr unser Beispiel \u2013 der Information \u00fcber die Mauer zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensergebieten hei\u00dft das: Journalistische Arbeit muss breiter werden und tiefer gehen. Wer \u00fcber den Konflikt berichtet, muss die Polarisierung der Konfliktparteien durch Vielfalt der Meinungen und Ideen ersetzen. Es darf nicht nur dann einen Bericht in unseren westlichen Medien geben, wenn an der Mauer gerade wieder eine Gewalttat ver\u00fcbt wurde, sondern der Alltag der Menschen die an und mit der Mauer leben, sollte Teil der Berichterstattung werden. Eine Aufgabe w\u00e4re die ausgeglichene Ber\u00fccksichtigung der Stimmen f\u00fcr und gegen diese Trennlinie um eine Verbundenheit mit den Menschen auf beiden Seiten zu schaffen. Dadurch w\u00fcrde ein breiter Diskurs auf mehreren Ebenen ausgel\u00f6st werden, welcher die Entwicklung kreativer L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten f\u00f6rdern k\u00f6nnte. Diese Art der Berichterstattung erh\u00f6ht das Wissen beim Leser und f\u00fchrt das derzeitige Denken \u201eEs muss Frieden herrschen, denn es steht nichts in der Zeitung\u201c (Galtung, 1998, S 300) ad absurdum. Wenn journalistischer Perspektivenwechsel gelebt wird, w\u00e4chst das Wissen der Leser\/H\u00f6rer\/Seher und damit einher die Empathie mit den Betroffenen. Mehr Akteure werden sichtbar, Feindbilder haben weniger Chancen auf fruchtbaren Boden zu fallen. Viele Diskussionen werden angeregt, wodurch mehr Ideen f\u00fcr Friedensl\u00f6sungen gesucht und gefunden werden k\u00f6nnen.\u00a0 Damit w\u00e4re zu erwarten, dass umfassende Berichterstattung \u00fcber Konflikte nicht nur sehr spannend sein kann, sondern selbst den Frieden f\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>1)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.synaesthesie.info\/synPOP.php?sprache=de&amp;raum=v_I.php&amp;object=wasist&amp;page=1\" >http:\/\/www.synaesthesie.info\/synPOP.php?sprache=de&amp;raum=v_I.php&amp;object=wasist&amp;page=1<\/a><\/p>\n<p>2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein Perzept ist das, was wahrgenommen wird.<\/p>\n<p>3)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Israel hat heute eine Bev\u00f6lkerung von rund 7,5 Mio, 75,5% davon sind Juden. 1948 bekam Israel bei der Gr\u00fcndung seines Staates von der internationalen Staatengemeinschaft mit einem Bev\u00f6lkerungsanteil von einem Drittel rund<br \/>\n55 % des gesamten Landes zugesprochen. Im\u00a0 Krieg 1967 wurden weitere Landesteile erobert und durch die aktuelle Siedlungspolitik erh\u00f6ht sich der Anteil weiterhin. Heute z\u00e4hlt Israel 90 % des gesamten Landes zu seinem Staatsgebiet. Israel errichtet im Westjordanland j\u00fcdische Siedlungen und Checkpoints an strategisch wichtigen Punkten, und erh\u00e4lt so die Kontrolle \u00fcber das Land, die von der pal\u00e4stinensischen Beh\u00f6rde verwalteten Gebiete bleiben Inseln dazwischen. (Es wurde hier bewusst auf eine ausf\u00fchrliche Darstellung der Ereignisse verzichtet, die Informationen dienen lediglich als Rahmen f\u00fcr die Einordnung der folgenden Darstellungen.) (<a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Content\/Statistiken\/Internationales\/InternationaleStatistik\/Land\/Asien\/Israel,templateId=renderPrint.psml\" >http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Content\/Statistiken\/Internationales\/InternationaleStatistik\/Land\/Asien\/Israel,templateId=renderPrint.psml<\/a>)<\/p>\n<p>4)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nach der zweiten Intifada begann Israel mit dem Bau der Mauer (2002\/03) die das Westjordanland von Israel abtrennt. Die Grenze von 1967 und der Verlauf der\u00a0 Mauern stimmen jedoch nicht \u00fcberein. Durch den Verlauf der Mauer \u2013 einem Verteidigungszaun \u2013 \u201everliert das pal\u00e4stinensische Westjordanland einen Teil seines Territoriums und es wird, so f\u00fcrchten auch in Israel viele, die Grenzlinie eines zuk\u00fcnftigen Pal\u00e4stinenserstaates gelegt.\u201c (Baedecker, S 80) Die Mauer hat eine L\u00e4nge von 750 km. (Die Informationen stammen von zwei Quellen: <a href=\"http:\/\/www.icahd.org\/\"  target=\"_blank\">www.icahd.org<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.toursinenglish.com\/\"  target=\"_blank\">www.toursinenglish.com<\/a>)<\/p>\n<p>5)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die hier unter \u201ej\u00fcdisch\u201c bezeichneten Quellen stammen von \u201eJuden\u201c welche in und au\u00dferhalb Israels leben. Alle Personen setzen sich intensiv mit der Politik Israels auseinander.<\/p>\n<p>6)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/vienna.mfa.gov.il\/mfm\/web\/main\/document.asp?DocumentID=54699&amp;MissionID=5\" >http:\/\/vienna.mfa.gov.il\/mfm\/web\/main\/document.asp?DocumentID=54699&amp;MissionID=5<\/a><\/p>\n<p>7)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.nahost-politik.de\/amerika\/zaun.htm\" >http:\/\/www.nahost-politik.de\/amerika\/zaun.htm<\/a><\/p>\n<p>8)\u00a0\u00a0 <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.fra.europa.eu\/fraWebsite\/%20material\/pub\/AS\/AS-WorkingDefinition-draft.pdf\" >http:\/\/www.fra.europa.eu\/fraWebsite\/ material\/pub\/AS\/AS-WorkingDefinition-draft.pdf<\/a><\/p>\n<p>9)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Statement 5 stammt aus eigener Erfahrung von einer Israelreise mit Schweizer Friedensjournalisten, 3.-12.10.2010 Die Informationen stammen von einer F\u00fchrung mit einem j\u00fcdischen Studenten von www.icahd.org.<\/p>\n<p>10)\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.icahd.org\/\"  target=\"_blank\">www.icahd.org<\/a><\/p>\n<p>11)\u00a0 siehe z.B. <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.mefacts.com\/outgoing.asp?x_id=10191\" >http:\/\/www.mefacts.com\/outgoing.asp?x_id=10191<\/a>, <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.icahd.org\/?page_id=79\" >http:\/\/www.icahd.org\/?page_id=79<\/a><\/p>\n<p>12)\u00a0 Die angesprochenen offiziellen Stellen auf beiden Seiten, haben kein Statement retourniert.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Bar-Tal, Daniel, Die Kultur der Gewalt, S 66-81 in Mader, Gerald, Eberwein, Wolf Dieter, Vogt, Wolfgang, Konflikt und Gewalt, Ursachen, Entwicklungstendenzen, Perspektiven, 2000, Agenda Verlag, M\u00fcnster<\/p>\n<p>Bilke Nadine, Friedensjournalismus, 2002, in: Reader Friedensjournalismus 9.-13. Februar 2009, Fern Universit\u00e4t Hagen<\/p>\n<p>Bilke, Nadine, Krieger f\u00fcr den Frieden \u2013 M\u00f6glichkeit oder Utopie in Wissenschaft und Frieden Nr. 4\/2003 S 55-58<\/p>\n<p>Emke, Caroline, Journalismus soll nicht besserwisserisch, sondern fragend sein, Er\u00f6ffnungsrede auf der Jahrestagung Netzwerk Recherche 10. Juli 2010<\/p>\n<p>Galtung, Johan, Strukturelle Gewalt, 1981, Rowohlt, Reinbeck bei Hamburg<\/p>\n<p>Galtung, Johan, Frieden mit friedlichen Mitteln, 2007, agenda Verlag, M\u00fcnster<\/p>\n<p>Galtung, Johan, 1990, Visionen einer friedlichen Welt, S 31-80, in Galtung, Lutz, R\u00f6hrich, \u00dcberleben durch Partnerschaft, Gedanken \u00fcber eine friedliche Welt, 1990, Leske + Budrich, Opladen<\/p>\n<p>Galtung, Johan, Friedensjournalismus: Was, warum, wer, wie, wann, wo ? 1998, in: Reader Friedensjournalismus 9.-13. Februar 2009, Fern Universit\u00e4t Hagen<\/p>\n<p>HFSK, Friedensanalysen f\u00fcr Theorie und Praxis 1, Schwerpunkt Feindbilder, 1975, Edition Suhrkamp<\/p>\n<p>Kempf W., Gewaltursachen und Gewaltdynamiken, S 44-65, in Mader, Gerald, Eberwein, Wolf Dieter, Vogt, Wolfgang, Konflikt und Gewalt, Ursachen, Entwicklungstendenzen, Perspektiven, 2000, Agenda Verlag, M\u00fcnster<\/p>\n<p>Kempf, W., Soziale Konflikte, in Straub J., Kempf W., Werbik H., Psychologie, eine Einf\u00fchrung, Grundlagen, Methoden, Perspektiven (S 655-671), Deutscher Taschenbuchverlag M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Kempf W., Die Rolle der Medien bei der Konstruktion von Krieg und Frieden, in Psychologie des Friedens, 1\/2010, Friedensforum \u2013 Zeitschrift der Friedensbewegung<\/p>\n<p>Kempf, W. Konfliktberichterstattung zwischen Eskalation und Deeskalation. Ein sozialpsychologisches Modell, 1996, in Wissenschaft und Frieden, Nr. 2\/1996 S 51-54)<\/p>\n<p>Kempf, W. Konfliktberichterstattung zwischen Eskalation und Deeskalation, ein sozialpsychologisches Modell, in Wissenschaft und Frieden, 2\/1996<\/p>\n<p>Kempf, W.: Friedensjournalismus. In: Sommer, G., Fuchs, A. (eds.). Krieg und Frieden. Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie. 2004, Stuttgart<\/p>\n<p>Sommer, Gert, Fuchs Albert, Krieg und Frieden: Handbuch der Konflikt und Friedenspsychogogie, 2004, Beltz Verlag, Stuttgart<\/p>\n<p>Sommer, Gert, Feindbilder und Propaganda, in Psychologie des Friedens, 1\/2010, Friedensforum \u2013 Zeitschrift der Friedensbewegung<\/p>\n<p>Sommer, Gert, Fuchs, Albert, Konflikt und Friedenspsychologie, in Psychologie des Friedens, 1\/2010, Friedensforum \u2013 Zeitschrift der Friedensbewegung<\/p>\n<p>Van Teeffelen, Toine, Challenging the wall, toward a pedagogy of hope, 2007, <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.aeicenter.org\/\" >www.aeicenter.org<\/a><\/p>\n<p>__________________________<\/p>\n<p><em>\u00a0MMag. Corinna H\u00e4sele, Soziologin, Psychologin und Friedenswissenschaftlerin ist Mitglied des TRANSCEND Netzwerks f\u00fcr Frieden, Entwicklung und Umwelt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peace Journalism, a Contribution for Active Peace Effort &#8211; Friedensjournalismus, ein Beitrag aktiver Friedensbem\u00fchungen<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46],"tags":[],"class_list":["post-15213","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-original-languages"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15213"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15213\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}