{"id":4077,"date":"2010-04-12T01:10:42","date_gmt":"2010-04-11T23:10:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.transcend.org\/tms2\/?p=4077"},"modified":"2011-01-04T21:16:16","modified_gmt":"2011-01-04T20:16:16","slug":"german-ruckblick-auf-den-gaza-freedom-march","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/2010\/04\/german-ruckblick-auf-den-gaza-freedom-march\/","title":{"rendered":"(GERMAN)  R\u00dcCKBLICK AUF DEN GAZA FREEDOM MARCH"},"content":{"rendered":"<p>Der Gaza Freedom March (GFM) begann f\u00fcr uns als Mitkoordinatoren mit einem E-Mail aus Spanien. Eine Freundin schrieb uns ein paar Zeilen \u00fcber die Idee f\u00fcr ein globales Solidarit\u00e4ts-Projekt mit dem Ziel zum sofortigen Ende der Blockade des Gazastreifens. Dazu sollten aus m\u00f6glichst vielen L\u00e4ndern rund um den Globus Menschen aus einem breiten Spektrum der Zivilgesellschaft am 27.12.09, dem Tag des Beginns der israelischen Milit\u00e4roffensive in Gaza, von Kairo nach Gaza reisen.<\/p>\n<p>In Gaza wurde diese Idee von einer Mehrheit der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sehr willkommen geheissen und es begannen sich Hunderte von Menschen auf die Ankunft der internationalen AktivistInnen vorzubereiten. F\u00fcr den 31.12.2009 war der eigentliche Marsch in Richtung Grenzpunkt Erez mit \u00fcber 50 000 TeilnehmerInnen geplant. Auch von der israelischen Seite her war eine koordinierte Demonstration vorgesehen.<\/p>\n<p>Der Gaza Freedom March sollte auch von Hunderten von Solidarit\u00e4ts-Aktionen in den jeweiligen Herkunftsl\u00e4ndern der TeilnehmerInnen begleitet werden, um die Bev\u00f6lkerung in den jeweiligen Heimatl\u00e4ndern auf die Blockade des Gazastreifens aufmerksam zu machen. Und vor allem auch um unseren Regierungen zu zeigen, dass es auch in ihren L\u00e4ndern B\u00fcrgerInnen gibt, die ihre Israel-freundliche Politik nicht akzeptieren.<\/p>\n<p>Diese Idee f\u00fcr eine solche bis anhin nie da gewesene globale Solidarit\u00e4ts-Aktion f\u00fcr Pal\u00e4stina und insbesondere f\u00fcr Gaza, hat uns umgehend fasziniert und wir begannen uns konkrete Gedanken zu machen wie auch in der Schweiz eine Delegation f\u00fcr den GFM auf die Beine gestellt werden kann und welche Solidarit\u00e4ts-Aktionen in der Schweiz stattfinden k\u00f6nnten. Zeitgleich zu unseren Vorbereitungen in der Schweiz, bereitete eine der gr\u00f6ssten und aktivsten NGOs, Code Pink, die am GFM teilnahm, die logistischen Notwendigkeiten f\u00fcr die GFM-TeilnehmerInnen in \u00c4gypten und Gaza vor. Eine der Aufgaben, die sie \u00fcbernahm war die Koordination unserer Einreise nach Gaza mit den \u00e4gyptischen Beh\u00f6rden. Mit diesen hatte Code Pink bereits viele erfolgreiche Verhandlungen gef\u00fchrt und war im vergangenen Jahr bereits mit mehreren Delegationen nach Gaza gereist.<\/p>\n<p>Die dreimonatigen Vorbereitungen in der Schweiz beinhalteten neben Sitzungen, Infoveranstaltungen, Spendensammelungen auch das Erstellen von Flyern und einer Website. All die kam durch die Zusammenarbeit und Unterst\u00fctzung verschiedener Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4tsgruppen und dem grossen Engagement einzelner Personen zustande.<br \/>\nAm 26.12.2009 war es soweit und die Schweizer Delegation aus 8 AktivistInnen traf sich zum ersten Mal fast komplett in Kairo.<\/p>\n<p>Die \u00e4gyptische Regierung hat am 22. Dezember ihr Veto gegen das Gesuch f\u00fcr die Einreise nach Gaza eingelegt und jegliche Aktivit\u00e4ten im Zusammenhang mit dem GFM auf \u00e4gyptischem Boden f\u00fcr illegal erkl\u00e4rt. Trotzdem trafen um den 26. Dezember nicht nur wir in Kairo ein, sondern auch die \u00fcberragende Mehrheit der 1400 angemeldeten AktivistInnen aus \u00fcber 40 L\u00e4ndern. Die gr\u00f6ssten Delegationen kamen aus Frankreich, den USA und Italien. Unter dem Umstand, dass wir nicht nach Gaza einreisen durften und somit in Kairo blockiert waren, begannen wir Aktionen zu starten um die Aufmerksamkeit auf die katastrophalen Umst\u00e4nde und die Blockade Gazas zu lenken. Die Proteste waren auch an die \u00e4gyptische Regierung adressiert, die uns nicht in den Gazastreifen einreisen lies und die Blockade des Gazastreifens mitunterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die franz\u00f6sische Delegation blockierte umgehend nach ihrer Ankunft f\u00fcr mehrere Stunden eine Hauptverkehrsachse in Kairo und campierte anschliessend f\u00fcr den Rest der Woche auf dem B\u00fcrgersteig vor der Franz\u00f6sischen Botschaft. Die anderen Delegationen engagierten sich in weiteren \u00fcber ganz Kairo verteilten Aktionen. Weitere Proteste fanden vor dem UN-Sitz in Kairo statt.<\/p>\n<p>Ebenso eine Kerzenmahnwache in der Altstadt und eine grosse und laute Demonstration vor der israelischen Botschaft. Weitere kleinere Aktionen, wie zum Beispiel das Ausbreiten einer riesigen Pal\u00e4stina-Fahne auf den Pyramiden Kairos, erhielten grosse Aufmerksamkeit. Vereinzelt nahmen auch \u00e4gyptische AktivistInnen an Aktionen teil, wie zum Beispiel vor dem Jounalisten Synidicat, wo ein grosser Protest gegen den Besuch des israelischen Premiers in Kairo stattfand. Bei fast allen Aktionen war die \u00e4gyptische Polizei pr\u00e4sent, vor allem mit dem Ziel die \u00e4gyptische Bev\u00f6lkerung von uns fern zu halten und uns von dieser abzuschirmen.<\/p>\n<p>Die meisten Delegationen versuchten am 29. Dezember ihren Botschaften einen Besuch abzustatten. Wir wurden \u00e4usserst freundlich von unserem Schweizer Botschafter empfangen und konnten unser Anliegen darlegen. Bei anderen Botschaften war dies nicht der Fall, die AktivistInnen aus den USA wurden von der Polizei anf\u00e4nglich am Besuch ihrer Botschaft gehindert.<\/p>\n<p>AktivistInnen die versuchten in Richtung der Grenze zu Gaza zu reisen wurden an \u00e4gyptischen Checkpoints aufgehalten und zur\u00fcckgewiesen. Einige haben es bis Al- Arish geschafft, dem letzten Dorf vor dem 40 km entfernten Grenz\u00fcbergang Rafah zu Gaza. Dort wurden sie unter Hausarrest gestellt.<\/p>\n<p>Am 29.12.2009 startete die \u00e4gyptische Regierung einen Versuch den GFM zu korrumpieren in dem sie Code Pink anbot, 100 Leute in zwei Busen nach Gaza reisen zu lassen, unter der Bedingung, dass sie sich als humanit\u00e4re, von Code Pink gesponserte Delegation ausgeben. Die restlichen AktivistInnen, die in Kairo blieben wurden in der \u00e4gyptischen Presse am Morgen der Abfahrt als Hooligans bezeichnet, was unter anderen einer der wichtigsten Gr\u00fcnde war, weshalb die Delegationen des GFM dieses Angebot ablehnten.<\/p>\n<p>Nur einige Individualisten, teilweise auch Medienschaffende reisten dann in einem der zwei bereitgestellten Busse nach Gaza.<\/p>\n<p>Am 31.12.2009 fand ein symbolischer Gaza Freedom March in Richtung Gaza statt. Da dieser Plan dem \u00e4gyptischen Geheimdienst nicht entgangen war, wurden am fr\u00fchen Morgen die Ausg\u00e4nge mehrerer Unterk\u00fcnfte von AktivistInnen durch die Polizei abgeriegelt. So schafften es nur einige Hundert an den Tahrir Square zu kommen, wo wir vor dem \u00e4gyptischen Museum f\u00fcr einige Meter marschieren konnten, bevor wir mit massiver Polizeigewalt von der Strasse gezerrt und auf dem B\u00fcrgersteig eingekesselt wurden.<\/p>\n<p>Weitere Tage mit Protesten und Aktionen folgten. Die s\u00fcdafrikanische Delegation erstellte ein wichtiges Dokument, das eine Grundlage f\u00fcr die koordinierte Planung von Aktionen f\u00fcr das Ende der israelischen Apartheid und Besatzung liefert. Dieses Dokument ist die Erkl\u00e4rung von Kairo und beinhaltet den Aufruf zum Boykott, Desinvestition und Sanktionen von und gegen Israel. Die Erkl\u00e4rung wurde symbolisch von allen Delegationen unterzeichnet und ist im Internet in verschiedenen Sprachen f\u00fcr alle zum lesen und zur Unterzeichnung zug\u00e4nglich: <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/cairodeclaration.org\" >http:\/\/cairodeclaration.org<\/a><\/p>\n<p>Der GFM war die gr\u00f6sste internationale Mobilisierung gegen die Blockade von Gaza und die Besatzung Pal\u00e4stinas, die es je gegeben hat. Es war ein einmaliges Erfahrung ein Teil dieser Bewegung zu sein, die nicht auf haupts\u00e4chlich materielle Hilfe abzielte, sondern die ebenso wichtige soziale Komponente einbezog und den Menschen in Gaza, dem zurzeit gr\u00f6ssten Freiluftgef\u00e4ngnis der Welt, mit unserer physischen Anwesenheit Solidarit\u00e4t und Beistand bringen sollte.<\/p>\n<p>Dass wir nicht nach Gaza einreisen konnten war eine grosse Entt\u00e4uschung. Die Standhaftigkeit und andauernden Proteste in Kairo wurden jedoch von den NGO`s in Gaza gesch\u00e4tzt und respektiert, da auf ihre missliche Lage aufmerksam gemacht wurde. Unsere Aktionen und Proteste erhielten in \u00c4gypten eine grosse Medienaufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung von Kairo wurde verfasst und bietet Potential f\u00fcr ein fortf\u00fchrendes Engagement in den Heimatl\u00e4ndern der AktivistInnen. Kontakte zu AktivistInnen aus anderen L\u00e4ndern und zu \u00e4gyptischen AktivistInnen konnten gekn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p>\u201eMit Polizeirepression und Checkpoints k\u00f6nnen sie (Israel und ihre Verb\u00fcndeten) uns am Zusammmentreffen mit der pal\u00e4stinensischen Zivilbev\u00f6lkerung hindern. Jedoch k\u00f6nnen sie uns nicht zwingen ihre Produkte zu kaufen.\u201c<\/p>\n<p>Mick Napir, Schottische Delegation: <a href=\"http:\/\/www.scottishpsc.org.uk\">www.scottishpsc.org.uk<br \/>\n<\/a><br \/>\nPetition an die Schweizer Regierung<\/p>\n<p>In Vorbereitung zum GFM entstand eine Presseerkl\u00e4rung, die von 40 Schweizer Organisationen unterst\u00fctzt wurde. Daraus entstand im Anschluss eine Petition mit den folgenden Forderungen:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0 \u00a0Die Schweiz muss zur Durchsetzung der 4. Genfer Konvention verhelfen<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0 \u00a0Umsetzung der Empfehlungen des Goldstone-Berichts<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0 \u00a0Ende der Blockade des Gazastreifens<\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Petitionstext befindet sich auf: <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.gazafreedommarch.ch\" >www.gazafreedommarch.ch<\/a><\/p>\n<p>Die Petition wurde innerhalb von 3 Monaten von 7500 Personen unterzeichnet und am 19.3.2010 zuhanden des Bundsrates an die Bundeskanzlei \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Um 10.45 Uhr startete auf der Bundeshausterrasse West der Versuch durch unsere AktivistInnen, welche die UN, die Genfer Konventionen und Pal\u00e4stina repr\u00e4sentierten, zwei grosse Ordner mit den 7500 Unterschriften dem Vertreter der Bundeskanzlei zu \u00fcbergeben. Diese wurden aber durch drei tr\u00e4ge Berner B\u00e4ren die nichts h\u00f6ren, nichts sehen und nichts sagen, als sehr m\u00fchevoll gestaltet. Die B\u00e4ren standen symbolisch f\u00fcr Bundesbern, welches bis anhin keine konkreten Schritte zur Durchsetzung der Genfer Konventionen und zur Einhaltung des V\u00f6lkerrechts in Gaza und Pal\u00e4stina unternommen hat. Mit Hilfe von Pal\u00e4stina-AktivistInnen konnten die B\u00e4ren dann weggeschoben und die Petition \u00fcberreicht werden.<\/p>\n<p>Anschliessend an die \u00dcbergabe fand eine Pressekonferenz mit der Parlamentarischen Gruppe Schweiz-Pal\u00e4stina, VertreterInnen von NGOs und GFM-AktivistInnen statt zum Thema:<\/p>\n<p>Perspektiven der schweizerischen Nahostpolitik. Die Konferenz wurde von Andrea H\u00e4mmerle moderiert, dem Pr\u00e4sident der parlamentarischen Gruppe Schweiz-Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p>Als einer der Vertreter der Petition\u00e4re sprach als erster Mikael Eriksson. Er erl\u00e4uterte kurz den Ablauf und Inhalt des Gaza Freedom March und stellte die Petition mit ihren drei Forderungen vor. Zum Schluss erw\u00e4hnte er das Anliegen der AktivistInnen, dass es einen regelm\u00e4ssigen und effizienten Austausch gibt zwischen Bundesbeh\u00f6rden, Politik und der Zivilgesellschaft.<\/p>\n<p>Als Vertreterin der J\u00fcdischen Stimmer f\u00fcr einen gerechten Frieden zwischen Israel und Pal\u00e4stina, stellte Daniela Vorburger die T\u00e4tigkeit ihres Vereins vor, der Friedensgruppen in Israel und Pal\u00e4stina unterst\u00fctzt. Der Verein will die Diskussion in j\u00fcdischen Kreisen f\u00f6rdern und beobachtet die Geschehnisse in Israel und Pal\u00e4stina sehr genau, da die israelische Regierung im Namen aller Israelis spricht, was aber nicht der Meinung aller entspricht. Die Besatzungspolitik wird durch den Verein verurteilt und die Petition wurde gem\u00e4ss D. Vorburger unterst\u00fctzt, weil der Verein den Goldstone-Bericht bef\u00fcrwortet. Als Vertreterin der J\u00fcdischen Stimme m\u00f6chte sie der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass politische und rechtliche Konsequenzen des Goldstone-Berichts umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Als dritter kam Matthias Hiu zu Wort, der als Vertreter des Forums f\u00fcr Menschenrechte an der Presskonferenz teilnahm. Das Forum f\u00fcr Menschenrechte besteht aus verschiedenen Schweizer NGO`s, die sich f\u00fcr einen gerechten Frieden in Pal\u00e4stina einsetzten und in Bern Lobbyarbeit betreiben. Matthias Hui erl\u00e4utert, dass in Gaza nach drei Jahren v\u00f6lkerrechtlich illegaler Blockade keine Verbesserung der Lage erreicht werden konnte, trotz Alarmrufen des IKRK.<\/p>\n<p>Die Schweiz bem\u00fcht sich als Depositarstaat der Genfer Konventionen in der Organisation einer Konferenz der Unterzeichnerstaaten der 4.Genfer Konvention, jedoch \u00fcben die USA und Israel grossen Druck aus und versuchen das Thema der Konferenz auf die Terrorismusfrage zu lenken und somit vom eigentlichen Thema der Kriegsverbrechen, die im Gazakrieg ver\u00fcbt wurden abzulenken. Die NGO`s fordern die Schweiz auch auf zu Handeln und konkrete Massnahmen und Sanktionen ins Auge zu fassen. Die R\u00fcstungszusammenarbeit mit Israel ist angesichts Israels Politik in Frage zu stellen und zu beenden, weil damit die Glaubw\u00fcrdigkeit der Schweiz untergraben wird.<\/p>\n<p>Die drei n\u00e4chsten Sprecher sind Parlamentsmitglieder. Als erster meldete sich Carlo Sommaruga aus Genf zu Wort, der erkl\u00e4rt dass die Schweiz Verpflichtungen hat zu Handeln und konkrete Massnahmen zu ergreifen. Dies bringe er auch in der aussenpolitischen Kommission und in einer Fragestunde mit Calmy-Rey im April an. Er erw\u00e4hnte, dass die Lobbyarbeit Israels im Parlament sehr stark sei und betonte, dass es deshalb wichtig ist Druck aufzubauen, indem zivile und politische Aktionen koordiniert werden.<\/p>\n<p>Daniel Vischer, Nationalrat aus Z\u00fcrich und Pr\u00e4sident der Gesellschaft Schweiz-Pal\u00e4stina begann seine Ausf\u00fchrungen damit, dass wir uns in einer historischen Phase befinden, da es zwischen Israel und den USA eine Auseinandersetzung gebe, was die Siedlungspolitik Israel anbelangt. Der Goldstone-Bericht m\u00fcsse als Chance ergriffen werden und d\u00fcrfe nicht verstummen. Er erw\u00e4hnte, dass man sich im Gazastreifen in der gleichen Situation befinde wie vor dem Krieg, da durch die Blockade eine Aushungerung der Bev\u00f6lkerung stattfinde und die Jugend nicht normal heranwachsen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Dies schockiere aber die Mehrheit der Parlamentarier nicht gross. Die parlamentarische Gruppe Schweiz-Pal\u00e4stina stelle eine Minderheit im Parlament dar, obwohl die verheerenden V\u00f6lkerrechtsverst\u00f6sse auf der Hand liegen. Als weiterer Punkt erw\u00e4hnte D. Vischer, dass er seit l\u00e4ngerer Zeit gegen den Umstand k\u00e4mpfe, dass in besetzten Gebieten produzierte Ware, wie die Produkte von Soda Club, von Israel nicht als solche deklariert werden. Ein Boykott solcher Produkte w\u00e4re eine zu begr\u00fcssende und legale Massnahme, jedoch gibt es das Problem, dass Israel nicht gleich behandelt wird wie damals S\u00fcdafrika. Er zitierte einen Rabbiner der sagte, dass die Israelis den Holocaust endlich von Israel trennen m\u00fcssen, damit die v\u00f6lkerrechtlichen Probleme unter normalen Bedingungen behandelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als letzter Redner sprach Geri M\u00fcller, Parlamentsmitglied aus dem Aargau. Er erkl\u00e4rte, dass die Glaubw\u00fcrdigkeit der Schweiz im Nahen Osten gross sei und sie als ehrlicher Makler zwischen den beiden Konfliktparteien angesehen werde. Er erl\u00e4uterte das Thema des geplanten OECD-Beitritt Israels, wozu am 22. M\u00e4rz eine Petition \u00fcbergeben werde, die von bedeutenden SchweizerInnen aus Kunst, Kultur, Politik und Wirtschaft unterzeichnet wurde, mit dem Ziel, dass die Aufnahmekriterien der OECD erf\u00fcllt werden m\u00fcssen, bevor man \u00fcber eine Aufnahme Israels spricht. Aus parlamentarischer Sicht wurde dieser Aufruf in zwei Aktionen \u00fcbernommen, indem die Fragestunde mit dem Bundesrat genutzt wurde und eine Interpellation eingereicht wurde.<\/p>\n<p>Israel erf\u00fcllt die Aufnahmekriterien der OECD in verschiedenen Bereichen nicht, unter anderem, da Israel Pal\u00e4stina nicht anerkennt. Die Interpellation ziele mit ihren Fragen vor allem darauf ab, wie die \u00dcberwachung der Einhaltung der Kriterien gew\u00e4hrleistet werden k\u00f6nnte und welche Sanktionsmassnahem es g\u00e4be, falls Israel in die OECD aufgenommen w\u00fcrde. Die Interpellation wurde von 25 Parlamentarier-Innen unterzeichnet, wobei etwa 30 weitere aus Angst vor den Konsequenzen, wie Drohanrufen, Emailfluten und Einschr\u00e4nkungen beim Reisen nicht unterzeichnen wollten. Dies erw\u00e4hnte G. M\u00fcller um aufzuzeigen, wie es um die Freiheit steht, Stellung zu nehmen, zu Werten und Kriterien, welche die internationale Gemeinschaft festgelegt hat.<\/p>\n<p>Weitere Informationen und Bilder sind auf <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.gazafreedommarch.ch\" >www.gazafreedommarch.ch<\/a> zu finden.<\/p>\n<p>______________________<br \/>\n<em><br \/>\nVera Hug und Mikael Eriksson &#8211; KoordinatorInnen der CH-Delegation Gaza Freedom March<\/em><\/p>\n<p><em>Vera Hug schloss im April ihren Bachelor in Sozialer Arbeit mit Vertiefung in International Social Work ab. Nach dem Studium verbrachte sie 3 Monate in S\u00fcdafrika, wo sie in einem Township als Volunteer mit Kindern arbeitete. Zurzeit ist sie als Sozialp\u00e4dagogin in einem Z\u00fcrcher Kinderheim t\u00e4tig. In Gaza wollte sie deshalb ein spezielles Augenmerk auf die Situation der Kinder werfen. Den Gaza Freedom March sah sie als Gelegenheit sich aktiv gegen die Ungerechtigkeit, die der Bev\u00f6lkerung Gazas widerf\u00e4hrt, im Sinne Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession, einzusetzen.<\/em><\/p>\n<p><em>S.-M. Eriksson lebte nach seinem Schulabschluss 2001 f\u00fcr 1,5 Jahre in Pal\u00e4stina\/Israel. Dort absolvierte er ein internationales Praktikum und begann seine Schulungen und Eins\u00e4tze als Friedensaktivist. Er war w\u00e4hrend der Operation Schultzschild (Defensive Shield) 2002 an der Frontlinie humanit\u00e4rer Eins\u00e4tze zusammen mit ISM (International Solidarity Movement) t\u00e4tig. Nach seinem BA Studium in Sozialer Arbeit, absolvierte er noch ein Studium als Social Entrepreneur in Schweden. Bereits w\u00e4hrend der Studienzeit in Schweden hat er ein Projekt in einem pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlingslager durchgef\u00fchrt. Das Projekt war auf pal\u00e4stinensische Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Nun hat er den Weg in die Praxis eingeschlagen und m\u00f6chte in den n\u00e4chsten Jahren praktische, berufliche als auch pers\u00f6nliche Erfahrungen sammeln. Auf akademischer Ebene ist er in Kontakt mit der World Peace Academy in Basel wo er auch gerne seinen Master in \u201cPeace and Conflict Transformation\u201c absolvieren m\u00f6chte.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gaza Freedom March (GFM) begann f\u00fcr uns als Mitkoordinatoren mit einem E-Mail aus Spanien. 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