{"id":55675,"date":"2015-03-23T12:00:21","date_gmt":"2015-03-23T12:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/?p=55675"},"modified":"2015-05-05T21:25:56","modified_gmt":"2015-05-05T20:25:56","slug":"deutsch-friedensgeprache-kritischer-gegenpol-zu-lobbyarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/2015\/03\/deutsch-friedensgeprache-kritischer-gegenpol-zu-lobbyarbeit\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Friedensgepr\u00e4che: Kritischer Gegenpol zu &#8220;Lobbyarbeit&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><em>Auf reges Interesse stie\u00dfen am Donnerstagabend [12.3.2015] die ersten K\u00f6nigsbronner Friedensgespr\u00e4che im evangelischen Gemeindehaus. Gedacht sind diese Gespr\u00e4che als kritischer Gegenpol zu den vom Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter initiierten K\u00f6nigsbronner Gespr\u00e4chen, in deren Mittelpunkt die Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik steht.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_55676\" style=\"width: 598px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/1844816_t1w600h392q90v16422_bild1.jpg\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-55676\" class=\"size-full wp-image-55676\" src=\"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/1844816_t1w600h392q90v16422_bild1.jpg\" alt=\"Foto:  Holger Scheerer\" width=\"588\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/1844816_t1w600h392q90v16422_bild1.jpg 588w, https:\/\/www.transcend.org\/tms\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/1844816_t1w600h392q90v16422_bild1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 588px) 100vw, 588px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-55676\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Holger Scheerer<\/p><\/div>\n<p>Hervorgegangen ist die Idee zum Friedensgespr\u00e4ch aus dem Zusammenschluss unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen, die einen Gegenpol bilden wollten gegen die in ihren Augen einseitig betriebene \u201eLobbyarbeit f\u00fcr Kriegseins\u00e4tze\u201c, wie sie von den K\u00f6nigsbronner Gespr\u00e4chen ausgehe. Am B\u00fcndnis beteiligt sind unter anderem die Linke, die Gr\u00fcnen, der DGB und die Deutsche Friedensgesellschaft.<\/p>\n<p>Auf dem Podium diskutierten Kerstin P\u00e4tzold vom DGB Nordw\u00fcrttemberg, Silvia Bopp von der Presseh\u00fctte Mutlangen und Tobias Pfl\u00fcger, Friedensforscher und stellvertretender Parteivorsitzender der Linken. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Rolf Siedler, katholischer Betriebsseelsorger und Wirtschaftsmediator in der Region Ostw\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p><strong>Von Beginn an wurde Tacheles geredet<\/strong><\/p>\n<p>Von Beginn an wurde bei den 1. K\u00f6nigsbronner Friedensgespr\u00e4chen Tacheles geredet. Einig waren sich alle Diskutanten in dem Punkt, dass man mit dieser Veranstaltung ein Gegengewicht gegen die K\u00f6nigsbronner Gespr\u00e4che bilden m\u00fcsse. In den Augen der Friedensaktivisten verfolgten jene Gespr\u00e4che das Ziel, unter dem Deckmantel des Begriffs der \u201eSicherheit\u201c in der Bev\u00f6lkerung eine Akzeptanz f\u00fcr Kriegseins\u00e4tze herzustellen. Besonders verwerflich findet man es, wenn sich die Veranstalter dabei auf den K\u00f6nigsbronner Widerstandsk\u00e4mpfer Georg Elser beriefen, der bekanntlich mit seiner Tat den Krieg habe verhindern wollen.<\/p>\n<p>Ganz im Sinne von Carl von Clausewitz altem Zitat, der Krieg sei die Fortf\u00fchrung der Politik mit anderen Mitteln, solle bei den K\u00f6nigsbronner Gespr\u00e4chen der Eindruck vermittelt werden, als handele es sich bei Kriegseins\u00e4tzen um ein legitimes und fast schon allt\u00e4gliches Mittel der Politik. \u201eMit Frieden aber haben diese Gespr\u00e4che wirklich wenig, mit Krieg aber sehr viel zu tun\u201c, so Pfl\u00fcger.<\/p>\n<p><strong>Bundeswehr eine internationale Interventionsarmee?<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten 20 Jahren sei es in Deutschland gelungen, die Bundeswehr mehr oder weniger am Grundgesetz vorbei von einer reinen Landesverteidigungs- zu einer internationalen Interventionsarmee umzumodeln. Offenbar m\u00f6chte man sich auf den neuen, den asymmetrischen Krieg vorbereiten, um auch dabei weltweit ein W\u00f6rtchen mitsprechen zu k\u00f6nnen. Mit gro\u00dfer Sorge beobachten die Friedensaktivisten, wie durch engagierte Lobbyarbeit \u2013 wie auch bei den K\u00f6nigsbronner Gespr\u00e4chen \u2013 in der Bev\u00f6lkerung eine zunehmende Akzeptanz f\u00fcr Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr geschaffen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Besonders perfide findet es Bopp von der Presseh\u00fctte Mutlangen, dass Vertreter der Bundeswehr mit schmucken Uniformen in den Schulen auftauchten und dabei den Job bei der Bundeswehr als eine Art st\u00e4ndigen Abenteuerurlaub darstellen w\u00fcrden. \u201eArmeeangeh\u00f6rige haben in den Klassenzimmern \u00fcberhaupt nichts zu suchen. Dies ist eine Manipulation an unseren jungen Menschen\u201c, befindet die engagierte Friedensaktivistin und k\u00e4mpferische Feministin, die in Mutlangen unter anderem ein regelm\u00e4\u00dfiges Frauenfr\u00fchst\u00fcck organisiert.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcstungexporte den Teilnehmern ein Dorn im Auge<\/strong><\/p>\n<p>Der Gewerkschafterin P\u00e4tzold sind vor allem die R\u00fcstungsexporte ein Dorn im Auge, insbesondere sei es hochproblematisch, wenn diese G\u00fcter an totalit\u00e4re L\u00e4nder wie Saudi-Arabien geliefert w\u00fcrden oder an dubiose Gruppen wie den kurdischen Peschmerga. P\u00e4tzold pl\u00e4diert f\u00fcr eine konsequente Weiterverfolgung der R\u00fcstungskonversion, also die Umstellung von R\u00fcstungsbetrieben auf zivile Produktion. Dabei sieht die Gewerkschafterin die Lage nicht so verzweifelt, wie ihre Kollegen auf dem Podium. Schlie\u00dflich sei die Zahl der in den R\u00fcstungsfirmen Besch\u00e4ftigten seit den 80er-Jahren von einst 400 000 auf nunmehr nur noch 80 000 gesunken. Das sei der Weg, den es weiter zu verfolgen gelte.<\/p>\n<p>______________________________<\/p>\n<p><em>Submitted by TRANSCEND Member Benno Fuchs.<\/em><\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.swp.de\/heidenheim\/lokales\/kreisheidenheim\/Friedensgepraeche-Kritischer-Gegenpol-zu-Lobbyarbeit;art1168195,3108200\" >Go to Original \u2013 swp.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf reges Interesse stie\u00dfen am Donnerstagabend [12.3.2015] die ersten K\u00f6nigsbronner Friedensgespr\u00e4che im evangelischen Gemeindehaus. 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