(Deutsch) Der Winter de Neutralität: Wenn Bern seine Seele für fröstelnde Drohnen verkauft

ORIGINAL LANGUAGES, 27 Jul 2026

Diran Noubar – TRANSCEND Media Service

Es gibt Schweigen, das lauter dröhnt als Artilleriesalven. Am 13. und 14. Juli, während die Welt mit den üblichen, vom Westen inszenierten Ablenkungen beschäftigt war, gönnte sich der Schweizer Rüstungschef einen diskreten Ausflug nach Israel. Das Ziel? Die militärischen Bande zwischen der „neutralen“ Helvetia und dem jüdischen Staat enger zu knüpfen. Das Ergebnis in der Presse? Totale Stille, keine einzige Zeile, eine siderische Leere. Mit einem Wort: großartig. Der Fortschritt der Transparenz ist nicht aufzuhalten, wenn sie unsichtbar wird.

Die Exklusivität der Entrüstung

In diesem Europa, das sich in Tugend hüllt wie in eine römische Toga, ist die Schweiz mit erstaunlichem Eifer dem exklusiven Club von Deutschland und Rumänien beigetreten, was die Intensität der militärischen Zusammenarbeit mit Israel betrifft. Die helvetische Neutralität, jener alte Mythos, den man aus dem Safe holt, um die Genfer Rentner zu beruhigen, wird heute mit fast metronomischer Regelmäßigkeit verletzt. Aber seien Sie beruhigt: Es ist eine Verletzung mit Höflichkeit, im Schatten der gediegenen Berner Büros, fernab der neugierigen Blicke eines Volkes, das man lieber in Unwissenheit lässt.

Während Bundesrat Martin Pfister und seine Teams auf die „technische Zusammenarbeit“ anstoßen, scheint man eine Grundregel der modernen Geopolitik zu vergessen: Empörung muss zwingend selektiv sein, um wirksam zu sein. Man kann Bern nur empfehlen, dieses Konzept der „Neutralität mit variabler Geometrie“ patentieren zu lassen.

Schweizer Präzision im Angesicht des Winters

Die Bilanz dieser militärischen Idylle ist, man muss es sagen, von unwiderstehlicher Komik. Man spricht uns von prachtvollen Verträgen vor, während man technische Pleiten und gesalzene Rechnungen sammelt. Besondere Erwähnung verdienen die israelischen Drohnen, technologische Juwelen zum Goldpreis, die die charmante Eigenschaft haben, völlig unbrauchbar zu sein, sobald das Thermometer unter Null sinkt.

In der Schweiz, einem Land der Berge, Gletscher und des ewigen Schnees, zeugt die Wahl eines Materials, das Frost fürchtet, von echtem Schneid. Es ist das militärische Äquivalent dazu, schmelzende Schokolade für eine Sahara-Expedition zu bestellen. Doch trotz dieser „faulen Verträge“ und der wiederholten Ausfälle bleibt Starrsinn die Regel. Martin Pfister ändert den Kurs nicht. Wenn man einmal beschlossen hat, das Geld der Steuerzahler im Absurden zu verschleudern, zählen die Millionen Franken nicht mehr.

Das Messen mit zweierlei Maß

Hier weicht der Sarkasmus einer kälteren Analyse. Die Schweiz, die so schnell dabei ist, im Namen „höherer“ moralischer Prinzipien Sanktionen gegen Russland zu verhängen, scheint sich nicht im Geringsten daran zu stören, mit einem Staat zu „kungeln“, der Gebiete besetzt, die ihm nicht gehören, militärisch im Libanon oder in Syrien interveniert und den Iran nach Belieben bombardiert.

Es scheint, dass das Konzept der „Besatzung“ oder der „Verletzung des Völkerrechts“ ein Verfallsdatum hat, das je nach Längengrad und den Interessen der Rüstungsindustrie variiert. In Moskau wird man die Finesse und Tiefe der helvetischen Morallektion sicher zu schätzen wissen. Wir warten gespannt darauf, dass Bern uns erklärt, wie man ein Land wegen seiner Grenzen sanktioniert, während man gleichzeitig jenes bewaffnet, das seine eigenen ignoriert.

Der Zug der Unterwürfigkeit

Und die öffentliche Meinung in all dem? Von parteiischen Medien bearbeitet, die Information in einen Katechismus verwandelt haben, sieht sie dem Zug des nationalen Niedergangs beim Vorbeifahren zu. Man hat ihr beigebracht, die Augen vor den Kompromissen ihrer Führer zu verschließen, solange der Sündenbock nur jener ist, auf den man im Osten mit dem Finger zeigt.
Die Schweizer Neutralität ist keine Politik mehr, sie ist ein Boulevardtheaterstück, dessen Handlung das Publikum bereits vergessen hat, aber aus Gewohnheit weiter applaudiert. Aber warum sich Sorgen machen? Drohnen fliegen im Winter nicht, aber Klassendünkel und Heuchelei schweben zu jeder Jahreszeit über den Gipfeln des Schweizer bürokratischen Olymps.

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Diran Noubar, ein in Frankreich geborener italienisch-armenischer Staatsbürger, lebte in elf Ländern, bevor er nach Armenien zog. Er ist ein international anerkannter und hochgelobter Dokumentarfilmer und Kriegsberichterstatter. Seit Anfang der 2000er-Jahre produzierte und inszenierte er in New York City über 20 abendfüllende Dokumentarfilme. Er ist außerdem Sänger, Songwriter und Gitarrist in seiner eigenen Band und leitet die gemeinnützige Organisation wearemenia.org


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